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Berliner Linkspartei kritisiert Programmentwurf |
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Samstag, 24. April 2010 |
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Berlin (ddp). Spitzenpolitiker der pragmatisch orientierten
Berliner Linkspartei sind auf deutliche Distanz zur Bundespartei
gegangen. Dem von der Parteispitze vorgelegten Entwurf für ein
Parteiprogramm könne sie nicht zustimmen, sagte
Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau am Samstag auf einem Parteitag
des Berliner Landesverbandes. Er sei widersprüchlich, beliebig und
interpretierbar. Damit gewinne man weder Zustimmung noch Zukunft.
Die grundsätzliche Absage der Vorgängerpartei PDS an den
«Stalinismus als System» komme im Entwurf nicht mehr vor, kritisierte
Pau. Das sei ein «Rückschritt». Zugleich müsse die Linke nicht nur
eine Partei der sozialen Gerechtigkeit und des Friedens, sondern
«immer auch eine sozialistische Bürgerrechtspartei» sein.
«Widersinnig» sei es zudem, wenn der Staat einerseits als Retter in
der Not hofiert werde und zugleich Regierungsbeteiligungen der Partei
«nahezu als Teufelszeug beschrieben werden».
Linke-Landeschef Klaus Lederer kritisierte den Programmentwurf
Lederer als teils realitätsfern. Die Analyse der Wirklichkeit als
«Horrorwelt» und «Kartell neoliberaler Parteien» decke sich nicht mit
der Lebenswelt vieler Menschen. Zudem liefere der Entwurf «zu wenig
überzeugende Ansätze», wie die «kapitalistische Gesellschaft» in der
Gegenwart zu verändern sei. Manch guter Ansatz bleibe im «Raum des
plakativen Antikapitalismus» und demonstrativen Protests hängen.
(ddp)
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