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München (ddp-bay). Die bayerische SPD-Spitze will mit mehr
Bürgernähe und moderneren Wahlkampagnen aus der Krise kommen. Am
Mittwoch startete eine umfangreiche Diskussionsreihe mit der
Parteibasis zu einem entsprechenden Konzept des SPD-Landesvorstands.
Inhaltliche Schwerpunkte sind unter anderem die Arbeitsmarkt- und die
Bildungspolitik, wie Bayerns SPD-Chef Florian Pronold in München
sagte. Finanziert werden soll die angestrebte «Erneuerung» der Partei
auch mit höheren Mitgliedsbeiträgen.
Dabei setzt Pronold vor allem auf eine bessere Zahlungsmoral: Gut
verdienende Genossen, die sich derzeit bei ihrem Mitgliedsbeitrag
selbst zu niedrig eingruppieren, sollen zu korrekten Zahlungen bewegt
werden. Zudem sollen die meisten SPD-Mitglieder «ganz moderat» um
eine zusätzliche «solidarische Leistung» gebeten werden. Von der
Beitragserhöhung um «einen Euro im Durchschnitt» ausgeschlossen sind
aber Arbeitslose, Schüler und «Rentner mit geringem Einkommen».
Außerdem gibt es ein Widerspruchsrecht.
Ziel ist es laut Pronold, dass die jährlichen Mitgliedsbeiträge um
800 000 Euro steigen, von denen die Hälfte der bayerischen SPD zur
Verfügung stehen würde. Mit dem Geld soll unter anderem dafür gesorgt
werden, dass die Partei «in der Fläche» bleiben und Geschäftsstellen
auf dem Land modernisieren kann.
Dieses Vorhaben ist Teil des Konzepts, auf das sich der
SPD-Landesvorstand am Wochenende in Pöcking verständigt hatte. Über
das Papier soll nun bei 40 Veranstaltungen in den bayerischen
Bundeswahlkreisen unter dem Motto «Wir machen es besser!» mit den
SPD-Mitgliedern diskutiert werden. Ergebnis wird ein Leitantrag sein,
der am 17. Juli auf einem außerordentlichen Landesparteitag in
Landshut beschlossen werden soll.
Die bayerische SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen verwies auf
die drei «schweren Niederlagen» der Partei bei der Landtagswahl 2008
sowie der Europa- und der Bundestagswahl 2009. Damit sei für die
Bayern-SPD «ein Tiefpunkt erreicht» worden. Bei der Vorstandsklausur
vom Wochenende seien nun konkrete Maßnahmen zur Erneuerung der Partei
beschlossen worden.
Änderungsvorschläge der Basis sind aber erwünscht. Außerdem sind
Kohnen zufolge unter der Devise «Wegen Umbau geöffnet» alle Bürger
eingeladen, die Zukunft der Partei mitzugestalten.
Pronold erhofft sich auch Rückenwind von der Landtagswahl in
Nordrhein-Westfalen. Dort könne die SPD zeigen, «dass sie wieder
gewinnen kann» - und dies steigere die Attraktivität der Partei.
Bereits am Sonntag hatte Pronold zum Abschluss der Klausur
angekündigt, dass die bayerische SPD vom internetgestützten Wahlkampf
des US-Präsidenten Barack Obama lernen will. Er bekräftigte nun,
wichtige Botschaften der Sozialdemokraten sollten häufiger in Form
von Videos online angeboten werden. Die SPD müsse «auf der Höhe der
Zeit sein».
(ddp)
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