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Wiesbaden (ddp-hes). Ein Gesetzentwurf der SPD zum Vorrang
Erneuerbarer Energien hat am Dienstag im hessischen Landtag zu einem
heftigen Streit über die Energiepolitik des Landes geführt. Mit dem
SPD-Gesetz würde Hessen «mit einem Schlag führend in der Republik»,
warb der SPD-Umweltexperte Manfred Görig für das Regelwerk. Unter
Schwarz-Gelb sei Hessen dagegen «Musterland für das geringste
Engagement im Klimaschutz» geworden. Umweltministerin Silke
Lautenschläger (CDU) konterte, «nicht jedes Gesetz ist automatisch
ein gutes, wenn es Erneuerbare Energien im Titel trägt.» Auch Grüne
und Linkspartei warfen der Regierung vor, wichtige Weichenstellungen
für die Zukunft zu verpassen.
Das SPD-Gesetz sieht unter anderem einen grundlegenden Vorrang für
die Erneuerbaren Energien vor sowie eine Clearing-Stelle für
Streitigkeiten bei der Windenergie. Das wäre «endlich der große Wurf
für die Energiewende in Hessen, die Sie bisher verschlafen haben»,
sagte Görig. Wer die Zukunftschancen jetzt nicht wahrnehme, verspiele
auch die Führungsrolle des Landes in der Wirtschaftspolitik, warnte
Görig.
Lautenschläger verwies hingegen auf ihr eigenes Energiekonzept
2020. Das beinhalte im Gegensatz zur SPD realistische Planungen und
tue etwas für den Verbraucher. Die SPD wolle dagegen eine «extreme
Einengung» der Landesplanung. Das sei «kein realistisches Szenario»,
sagte die Ministerin. Die Landesregierung wolle den Ausbau der
Erneuerbaren Energien, aber «keine Vorschriften um der Vorschriften
willen.»
Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir fragte daraufhin die
Ministerin: «Was haben Sie eigentlich real gemacht in den ersten
vierzehn Monaten Ihrer Regierung?» Das Eckpunktepapier sei «alles
andere als ambitioniert», dazu sei völlig unklar, wie die Regierung
selbst das gesetzte Ziel einer Versorgung von 20 Prozent mit
Erneuerbaren Energien im Jahr 2020 erreichen wolle. «Sie werden
nichts Kleinmütigeres finden in der Republik», sagte Al-Wazir.
Auch SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel warf der
Umweltministerin vor, «eine Nullnummer nach der anderen» vorzulegen.
Schwarz-Gelb betreibe «Verhinderungsplanung» bei den regenerativen
Energien, das sei nur noch «mit einer Dinosaurier-Politik zu
vergleichen».
Linksfraktionschefin Janine Wissler sagte, das Eckpunktepapier der
Regierung «wäre ein mutiger Vorstoß gewesen - vor ungefähr 20
Jahren». Den heutigen Herausforderungen werde es aber «überhaupt
nicht gerecht». Der Umstieg auf Erneuerbare Energien sei
«unvermeidbar», CDU und FDP aber bürdeten «künftigen Generationen die
riesige Last auf, eines Tages den Umstieg im Hauruck-Verfahren
stemmen zu müssen», fügte sie hinzu.
CDU-Umweltexperte Peter Stephan wies die Angriffe auf die
Ministerin als «Diffamierung» zurück. «Hier wird gehandelt, und zwar
nachhaltig gehandelt», sagte er. Die CDU wolle eben keinen
einseitigen Vorrang von Erneuerbaren Energien vor dem Naturschutz und
den Interessen der Menschen vor Ort. Auch FDP-Fraktionschef Florian
Rentsch unterstrich, die FDP wolle «eben keine Politik mit Zwang».
Der Gesetzentwurf wurde erneut in die Ausschüsse überwiesen und wird
erst in dritter Lesung abschließend beraten werden.
(ddp)
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sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz. «Schwarz-Gelb betreibt
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für Sonntag eine Sondersitzung einberufen. Die Haushälter wollen ab
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