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Berlin (ddp). Die Opposition hält das geplante
Arzneimittel-Sparpaket der Bundesregierung für unzureichend. Mit den
Vorschlägen der Koalition werde der «Selbstbedienungsladen» der
Pharmaindustrie nicht geschlossen, sagte die
Linke-Gesundheitspolitikerin Kathrin Vogler am Donnerstag im
Bundestag. In den ersten 15 Monaten nach der Markteinführung neuer
Medikamente könnten die Arzneimittelhersteller weiter «Mondpreise»
verlangen.
Auch die Grünen-Gesundheitsexpertin Birgitt Bender kritisierte, in
den ersten Monaten nach Markteintritt hätten die Pharmaunternehmen
weiter die Möglichkeit, ihre Preise frei festzulegen «und möglichst
viel hereinzuscheffeln an Gewinn». Die geplanten Dossiers der
Hersteller zum Nutzen ihrer Medikamente drohten, zu reinen
«Verkaufbroschüren» zu werden. Hier müsse es feste Vorgaben von
unabhängiger Stelle geben.
Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Karl
Lauterbach, sagte, der einzig brauchbare Vorschlag der
Bundesregierung sei der höhere Zwangsrabatt für Hersteller. Dies
komme aber «zu spät».
Arzneimittel sind Kostentreiber im Gesundheitssystem, insbesondere
neue, patentgeschützte Medikamente. Union und FDP hatten sich Ende
März auf Eckpunkte für einen Gesetzentwurf geeinigt, um die
steigenden Arzneimittelpreise in den Griff zu bekommen. Die Koalition
will die Pharmafirmen unter anderem gesetzlich zu Preisverhandlungen
mit den Krankenkassen zwingen. Werden sich beide Seiten nicht einig,
können die Hersteller die Arzneimittelpreise in den ersten 15 Monaten
nach Markteinführung aber weiter selbst bestimmen. Kurzfristig wollen
Union und FDP die Hersteller zu höheren Rabatten gegenüber den
Versicherern verpflichten und die Arzneimittelpreise einfrieren.
(ddp)
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