|
Berlin (ddp). Die Bundesregierung erhofft sich von dem geplanten
Arbeitsmarktpaket Impulse für die Wirtschaft. Mit diesen Maßnahmen
könne nicht nur die Beschäftigung gesichert werden, sie dienten
außerdem dazu, auf die anstehenden Herausforderungen auf dem
Arbeitsmarkt zu reagieren, unterstrich Arbeitsministerin Ursula von
der Leyen (CDU) am Freitag im Bundestag in Berlin.
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) verwies darauf, dass
Deutschland trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise gut dastehe und
sprach von einem «Jobwunder». Die Opposition warf der Regierung
mangelnde Seriosität vor.
Am Mittwoch hatte das Bundeskabinett ein Gesetzespaket auf den Weg
gebracht, das unter anderem zeitnahe und verpflichtende Arbeits- oder
Fortbildungsangebote für junge «Hartz IV»-Empfänger vorsieht. Auch
sollen allein erziehende Frauen gezielter unterstützt werden. Die
Vermittlungsoffensive ist Teil der Jobcenterreform, die die
schwarz-gelbe Koalition nach monatelangem Streit im März mit
führenden Vertretern von SPD und Bundesländern ausgehandelt hatte.
Beschlossen wurde auch eine längere Förderung der Kurzarbeit.
Dass Deutschland in der Finanz- und Wirtschaftskrise gut gefahren
sei, verdanke die Bundesrepublik insbesondere der Kurzarbeit, hob von
der Leyen hervor. Zugleich versprach sie Verbesserungen bei der
Arbeitsvermittlung für arbeitslose Ältere, Jugendliche sowie
Alleinerziehende. Die Regierung wolle die Anstrengungen verstärken,
diese Gruppen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. «Es ist
richtig, die Probleme sind erheblich», räumte von der Leyen ein.
Dennoch seien die Chancen angesichts des Fachkräftemangels noch nie
so groß gewesen.
Zur aktuellen wirtschaftlichen Lage äußerte sich Brüderle
zuversichtlich: «Wir sind gut aufgestellt». Deutschlands
Wachstumspotenziale seien jedoch noch längst nicht ausgeschöpft. Er
sprach sich für Investitionen in «Zukunftstechnologien» wie
Genforschung, CCS zur unterirdischen CO2-Speicherung oder
Elektromobilität aus und warb zugleich für Steuersenkungen. Eine
Steuerreform mit einem Fünf-Stufen-Tarif und einer Entlastung in Höhe
von 16 bis 17 Milliarden Euro könne zusätzlich bis zu 130 000 neue
Arbeitsplätze schaffen, sagte der Minister weiter.
Die Opposition warf der Regierung falsche politische
Weichenstellungen vor. «Das ist keine Leistungsbilanz, das grenzt an
einen wirtschaftspolitischen Offenbarungseid», sagte der
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Er kritisierte, dass die
Regierung trotz des Rekordschuldenstands an den geplanten
Steuersenkungen festhalte. Steinmeier warnte, es sei geradezu
gefährlich, jetzt schon den Aufschwung zu feiern.
Auch Linksfraktions-Vize Klaus Ernst äußerte Zweifel daran, dass
Deutschland tatsächlich gut aus der Krise gekommen sei. Zwar könnten
Unternehmer in Deutschland einen finanziellen Zuwachs verzeichnen,
Arbeitnehmer müssten jedoch Reallohnsenkungen hinnehmen. Damit werde
jedoch das Funktionieren der Volkswirtschaft in Frage gestellt. «Wir
brauchen eine Stärkung der Binnennachfrage», sagte Ernst und forderte
mehr Rechte für Arbeitnehmer.
Grünen-Fraktions-Vize Fritz Kuhn warf Brüderle mangelnde
Seriosität vor. Es sei eben kein Geld da für Steuersenkungen, sagte
Kuhn mit Blick auf die Schuldenbremse. Zudem kritisierte er, dass die
Regierung einerseits Verbesserungen für Alleinerziehende verspreche,
zugleich aber die Kinderbetreuung durch die Kommunen mit den
Steuersenkungsplänen in Frage zu gefährden.
(ddp)
Neuigkeiten und Pressemeldungen präsentiert auf Kreditori.de Schwarz-Gelb ist Sieger der Landtagswahl in Schleswig-Holstein.
Nach einer Zitterpartie am Wahlabend verfügen CDU und FDP im neuen
Kieler Landtag über eine Drei-Stimmen-Mehrheit. Lange Zeit hatte es
nur nach einer ... Mit Beratungen über die künftige Gesundheits- und Finanzpolitik
haben CDU, CSU und FDP ihre Koalitionsverhandlungen fortgesetzt.
Vertreter der drei Parteien verteidigten vor Beginn der Gespräche am
Donnerstagmittag den geplanten Schattenhaushalt ... Landesrechnungshofpräsident Franz Josef Heigl und
Rechnungshofdirektor Peter-Per Krebs haben ihre Kritik an der
Regierung und Kontrollgremien im Zusammenhang mit dem Niedergang der
Sachsen LB erneuert.
... Der Haushalts- und Finanzausschuss des Düsseldorfer Landtags
berät am Donnerstag (26. März, 11.30 Uhr) erneut über die Lage bei
der angeschlagenen Westdeutschen Landesbank (WestLB). Finanzminister
Helmut Linssen (CDU) berichtet über ... Die Opposition hat die Debatte über den Etat des
Gesundheitsministeriums zur Abrechnung mit dem Reformvorhaben von
Ressortchef Philipp Rösler (FDP) genutzt. Die Regierung gehe mit der
«Abrissbirne» auf das Solidarsystem ... Im Streit um die Rückzahlung von Aufbau-Ost-Geldern an die
Kommunen setzt die Landes regierung auf eine Kompromisslösung. Man
sei in «guten Gesprächen» mit den Städten, sagte Finanzminister
Helmut Linssen (CDU) am ...
|