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Berlin (ots) - In seinem gestrigen Bericht verkennt das
ZDF-Magazin Frontal 21 die besonderen Herausforderungen der
Entwicklung von Arzneimitteln für Erkrankungen mit kleinen
Patientengruppen. Deren Preise können nicht mit denen für
Volkskrankheiten verglichen werden. Nur durch aufwändige Forschungen
können den betroffenen Menschen neue Arzneimittel und
Therapiemöglichkeiten überhaupt zur Verfügung gestellt werden. "Die
Welt ist nicht so einfach wie dargestellt. Das in Rede stehende
Medikament hat von der europäische Zulassungsbehörde den Status eines
Orphan Drugs erhalten. Das bedeutet, dass es für Patienten mit einer
seltenen Erkrankung eine neue Behandlungsalternative ist. Und in
diesen Fällen kann man nicht einfach Preise vergleichen. Selbst wenn
die Forschung auf einem bekannten Wirkstoff aufsetzt, entstehen hohe
Entwicklungskosten, denn allein die notwendigen klinischen Studien
sind für rund zwei Drittel der Kosten der Entwicklung eines neuen
Arzneimittels verantwortlich. Und die müssen für eine neue Indikation
auch komplett neu gemacht werden. Von weiteren erforderlichen
Untersuchungen außerhalb der Klinik und den Kosten der Zulassung ganz
abgesehen" erklärte Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender
Hauptgeschäftsführer des BPI.
Orphan Drugs können nicht mit den gleichen Maßstäben belegt
werden, wie andere Arzneimittel. Zugleich muss klargestellt werden,
dass der europäische Gesetzgeber aus gutem Grund Arzneimitteln für
seltene Erkrankungen eine herausgehobene Stellung eingeräumt hat und
an den Status eines sog. "Orphan Drugs" hohe Hürden geknüpft sind. So
darf keine zufriedenstellende Behandlungsalternative zugelassen oder
das Arzneimittel muss bei bestehenden Behandlungsalternativen von
erheblichem Nutzen sein. Dies wird behördlich geprüft. Damit ist der
Nutzen dieser Arzneimittel belegt. Gerade wegen der hohen
Entwicklungsaufwendungen und der im Vergleich dazu kleinen
Patientenzahlen hat der Gesetzgeber diesen Sonderstatus geschaffen,
um die Versorgung dieser Patienten zu verbessern. Denn hier treffen
hohe Entwicklungskosten auf vergleichsweise wenige Patienten und das
hat zwangsläufig Konsequenzen für die Preise. "Wenn über
Arzneimittelpreise diskutiert wird, muss der ganze Sachverhalt
betrachtet werden. Das betroffene Unternehmen hat in seiner
Stellungnahme auf diese Fakten hingewiesen - diese dürfen nicht
ausgeblendet werden. Wir brauchen eine abgewogene und sachliche
Diskussion im Sinne des Gesundheitswesens und der Patienten", so
Gerbsch.
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI)
vertritt das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf
nationaler und internationaler Ebene. Über 260 Unternehmen mit rund
73.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen.
Originaltext: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie
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