Nächster Versuch
Montag, 26. April 2010
Nächster Versuch

Hannover (ddp). Nach jahrelangem Streit und einem pannenreichen Vorlauf haben sich Krankenkassen, Ärzte, Kliniken und Apotheker auf einen Neustart der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verständigt. Das berichtet die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» (Montagausgabe) unter Berufung auf den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen. In der Betreibergesellschaft Gematik, in der alle Gruppen vertreten sind, hätten sie sich auf ein deutlich abgespecktes Modell des milliardenteuren IT-Projekts geeinigt. Zudem sei der frühere Staatssekretär Klaus Theo Schröder zum Schlichter für künftige Streitfälle ernannt worden.

Das Bundesgesundheitsministerium wurde dem Bericht zufolge aufgefordert, einen Gesetzentwurf auf den Weg bringen. Die Frage, ob die Ärzte zur Annahme der elektronischen Gesundheitskarte verpflichtet werden, ist noch offen. «Die Politik hatte zu schnell zu viel gewollt», sagte Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV), der Zeitung.

Bereits 2006 sollte die von der damaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hochgelobte «kleine schlaue Karte» an den Start gehen und die jetzige Patientenversichertenkarte ersetzen. Um das Projekt doch noch zu retten, hat man sich nun auf eine weniger komplexe Version verständigt. Auf das elektronische Rezept, das die rund 700 Millionen jährlichen Verordnungen auf dem Papier überflüssig machen sollte, wird vorerst verzichtet. Die elektronische Patientenakte werde vertagt. Die Bestandsprüfung war von der schwarz-gelben Koalition gefordert worden. Pfeiffer zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. «Wenn Geld schlecht investiert wird, darf man nicht noch gutes Geld hinterherwerfen.» Wann die elektronische Gesundheitskarte in den Praxen Einzug hält, ist noch offen. «Auf Termine legen wir uns nicht mehr fest», sagte Pfeiffer.

(ddp)

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