LKA Sachsen-Anhalt ermittelt nach rechtem Überfall in Merseburg
Montag, 26. April 2010
LKA Sachsen-Anhalt ermittelt nach rechtem Überfall in Merseburg

Merseburg (ddp-lsa). Nach dem Überfall auf eine Gruppe von 14 linken Jugendlichen in Merseburg (Saalekreis) geht die Polizei von einer rechtsextremistischen Tat aus. Das habe die Vernehmung der Opfer ergeben, sagte Polizeisprecher Siegfried Koch am Montag auf ddp-Anfrage in Halle. Inzwischen ermittle der Staatsschutz von Landeskriminalpolizei und Polizeidirektion Sachsen-Anhalt-Süd gemeinsam wegen schweren Landfriedensbruchs. Von den mutmaßlichen rechten Tätern fehle noch jede Spur.

Etwa 15 bis 20 mutmaßlich rechtsextreme Angreifer hatten Samstagabend auf dem Gelände der alten Papiermühle in Merseburg unvermittelt mit Baseballschlägern, Eisenstangen und Schlagringen wahllos auf die an einem Lagerfeuer sitzenden jungen Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren eingeschlagen. Ein 22-jähriges Opfer musste mit einer Kopfplatzwunde stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Laut Polizei befand sich der Mann am Montag noch im Krankenhaus. Die Täter entkamen.

Am Dienstag wollten sich die Kriminalisten mit Mitgliedern des Vereins Miteinander, die Opfer rechter Gewalt betreuen, treffen. Davon erhoffe sich die Polizei weitere Hinweise auf die Täter.

Die Grünen verurteilten den Überfall. «Der Angriff zeigt die Brutalität und Skrupellosigkeit, mit der nicht-rechte Jugendliche in Sachsen-Anhalt angegriffen werden», stellte Landeschef Christoph Erdmenger fest.

(ddp)

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