Scharfe Kritik Kujats an deutscher Afghanistan-Politik
Samstag, 24. April 2010
Scharfe Kritik Kujats an deutscher Afghanistan-Politik

Berlin (ddp). Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat harsche Kritik an der Afghanistan-Politik der Bundesregierung geübt. Kujat sagte am Freitag bei der Aufzeichnung der N24-Sendung «Was erlauben Strunz» nach einem Vorabbericht des Senders: «Die Sicherheitspolitik der Bundesregierung ist völlig konfus. Ich habe den Eindruck, dass sie selbst nicht weiß, was sie macht.

Nach Ansicht Kujats wird in Afghanistan »weder gesagt, was wir dort erreichen wollen, noch wird gesagt, was die Konsequenzen wären, wenn wir rausgingen. Sondern wir befinden uns in einem Schwebezustand.« Dies sei im Grunde genommen ein »Durchwurschteln«.

Kujat fügte hinzu: "Es wird ja nicht Politik gemacht, sondern man lässt sich treiben. Wenn Obama A sagt, dann sagen wir auch A. Aber wir sind ein souveränes Land. Wir haben eigene Interessen. Und nur dann, wenn unsere eigenen Sicherheitsinteressen betroffen sind, sind wir verpflichtet, dort einzugreifen. Und das muss man klären. Im Bundestag findet doch keine Diskussion zu diesen Fragen statt.»

(ddp)

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