Regierung: Taliban greifen gezielt Sanitätsfahrzeuge an
Freitag, 23. April 2010
Regierung: Taliban greifen gezielt Sanitätsfahrzeuge an

Berlin (ddp). Die Bundesregierung wirft den Taliban in Afghanistan vor, den völkerrechtlichen Schutz von Rot-Kreuz-Personal zu missachten. Sanitätseinheiten und deren Fahrzeuge des deutschen ISAF-Kontingentes seien wiederholt von Taliban-Kämpfern «gezielt angegriffen worden, obwohl diese eindeutig durch ein rotes Kreuz als solche gekennzeichnet waren», teilte die Bundesregierung am Freitag in Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion mit. Auch andere Nationen der internationalen Schutztruppe ISAF hätten solche Erfahrungen gemacht.

Nach Angaben der Regierung sind die Bundeswehr und die ISAF-Kontingente Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens, Kanadas und der USA deshalb dazu übergegangen, dass Schutzzeichen an ihren Sanitätsfahrzeugen zu tarnen, da auch nach Ansicht des Internationalen Roten Kreuzes keine Verpflichtung bestehe, das Schutzzeichen zu benutzen.

Erst am 15. April war in der nordafghanischen Provinz Baghlan ein Sanitätsfahrzeug der Bundeswehr mit Mörser beschossen worden. Dabei war ein 33-jähriger Oberstabsarzt des Bundeswehrkrankenhauses Ulm ums Leben gekommen. Die Taliban hatten eine Bundeswehreinheit unter Feuer genommen, die angegriffenen Kameraden unterstützen wollten. Dabei wurde das Fahrzeug des Beweglichen Arzttrupps getroffen.

(ddp)

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