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Berlin (ddp). Die Bundesregierung wirft den Taliban in Afghanistan
vor, den völkerrechtlichen Schutz von Rot-Kreuz-Personal zu
missachten. Sanitätseinheiten und deren Fahrzeuge des deutschen
ISAF-Kontingentes seien wiederholt von Taliban-Kämpfern «gezielt
angegriffen worden, obwohl diese eindeutig durch ein rotes Kreuz als
solche gekennzeichnet waren», teilte die Bundesregierung am Freitag
in Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion mit.
Auch andere Nationen der internationalen Schutztruppe ISAF hätten
solche Erfahrungen gemacht.
Nach Angaben der Regierung sind die Bundeswehr und die
ISAF-Kontingente Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens, Kanadas und
der USA deshalb dazu übergegangen, dass Schutzzeichen an ihren
Sanitätsfahrzeugen zu tarnen, da auch nach Ansicht des
Internationalen Roten Kreuzes keine Verpflichtung bestehe, das
Schutzzeichen zu benutzen.
Erst am 15. April war in der nordafghanischen Provinz Baghlan ein
Sanitätsfahrzeug der Bundeswehr mit Mörser beschossen worden. Dabei
war ein 33-jähriger Oberstabsarzt des Bundeswehrkrankenhauses Ulm ums
Leben gekommen. Die Taliban hatten eine Bundeswehreinheit unter Feuer
genommen, die angegriffenen Kameraden unterstützen wollten. Dabei
wurde das Fahrzeug des Beweglichen Arzttrupps getroffen.
(ddp)
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