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Berlin (ddp). Die deutschen Streitkräfte sollen einfacher
organisiert und besser auf künftige Auslandseinsätze zugeschnitten
werden. Das ist die Aufgabe der sogenannten Strukturkommission der
Bundeswehr, die am Montag in Berlin ihre Arbeit aufnahm. Zum Auftakt
kündigte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an,
angesichts der knappen Kassen alle Rüstungsprojekte auf den Prüfstand
zu stellen. Allerdings werde es keine «Reform allein unter dem
drohenden Rotstift» geben, sicherte der Minister zu.
Bis zum Jahresende soll das sechsköpfige Gremium unter Leitung des
Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, Vorschläge
für notwendige Reformen unterbreiten. Guttenberg zeigte sich
zuversichtlich, dass Weise die Herausforderung meistern werde.
Schließlich habe der BA-Chef Erfahrung in der «Reform großer
Apparate».
Grundlage für die Arbeit der Kommission soll eine bereits im
Ministerium erarbeitete Defizitanalyse bilden. Darin werden die
derzeitigen Strukturen als nicht ausreichend für künftige
Herausforderungen an eine Armee im Einsatz bezeichnet. Die bisherigen
Transformationsschritte sollten ebenso in die Arbeit der Kommission
einfließen wie die Erfahrungen der Auslandseinsätze. Zudem soll die
geplante Verkürzung des Grundwehrdienstes von neun auf sechs Monate
berücksichtigt werden.
Guttenberg sagte, Ziel sei die stärkere Ausrichtung auf die
aktuellen und künftigen «Kernaufgaben» der Bundeswehr. «Obwohl die
Bundeswehr schon erhebliche Transformationsprozesse durchlaufen hat,
werden die gegenwärtigen Strukturen künftigen Anforderungen an
Leistungsfähigkeit und Einsatzflexibilität kaum gerecht.» Daher solle
die Kommission Vorschläge zur «einsatzorientierten aufbau- und
ablauforganisatorischen Neustrukturierung» des Ministeriums sowie der
zivilen und militärischen Spitzengliederung der Bundeswehr
erarbeiten.
Neben Weise gehören folgende Personen der Strukturkommission an:
DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann, der ehemalige Chef des
deutschen Büros von McKinsey und heutige Vorstandsvorsitzende der
Duisburger Familienholding Haniel, Jürgen Kluge, die frühere
Präsidentin des Bundesrechnungshofs und heutige stellvertretende
Vorsitzende von Transparency International Deutschland, Hedda von
Wedel, der Koordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen der
Bundesregierung, Hans-Ulrich Klose, sowie der Stabschef im
NATO-Hauptquartier Europa, General Karl-Heinz Lather.
Parallel zur Kommissionsarbeit will Guttenberg prüfen lassen, auf
welche Rüstungsprojekte verzichtet werden kann. Es werde angesichts
knapper Kassen notwendig sein, «auf Fähigkeiten ganz oder in Teilen
zu verzichten», sagte er und betonte: «Das heißt, wir müssen hinter
das ein oder andere - auch schon begonnene - Rüstungsprojekt ein
dickes Fragezeichen setzen.» Konkrete Vorhaben nannte Guttenberg
nicht. Die Ergebnisse der Überprüfung, die bis zum Sommer vorliegen
sollen, werden laut Guttenberg in die Arbeit der Kommission
einfließen.
(ddp)
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