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Berlin (ddp). Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich
entschieden gegen die neue NATO-Strategie in Afghanistan gewandt.
«Wir sind nicht am Hindukusch, um die Taliban zu bekämpfen», sagte
GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg der Zeitung «Rheinpfalz am Sonntag»
laut Vorabbericht. Es gehöre auch nicht zu den Aufgaben der deutschen
Polizisten, sich künftig vermehrt gemeinsam mit Bundeswehrsoldaten
und afghanischen Sicherheitskräften im Straßenbild zu zeigen. «Das
halten wir für das falsche Konzept und lehnen es vehement ab», sagte
der Gewerkschaftschef.
Bei der Ausbildung in den gesicherten Feldlagern der Bundeswehr
müsse es bleiben. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass auch
Polizeiangehörige, die Teil der zivilen Verwaltung seien, in
Schusswechsel gerieten, bei denen Afghanen oder deutsche Polizisten
getötet werden könnten. Die deutschen Polizeikräfte seien zur
Ausbildung afghanischer Ordnungskräfte entsandt worden und keine
«Bürgerkriegspolizei».
Eine Aufstockung der Zahl der gegenwärtig nach Afghanistan
entsandten 140 polizeilichen Ausbilder sieht Freiberg außerordentlich
kritisch. Es gehe nicht an, in Deutschland die Zahl der Polizisten
immer weiter zu verringern und am Hindukusch zu erhöhen.
Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, übte
harsche Kritik an der Afghanistan-Politik der Bundesregierung. Kujat
sagte am Freitag bei der Aufzeichnung der N24-Sendung «Was erlauben
Strunz» nach einem Vorabbericht des Senders: «Die Sicherheitspolitik
der Bundesregierung ist völlig konfus. Ich habe den Eindruck, dass
sie selbst nicht weiß, was sie macht.
Nach Ansicht Kujats wird in Afghanistan »weder gesagt, was wir
dort erreichen wollen, noch wird gesagt, was die Konsequenzen wären,
wenn wir rausgingen. Sondern wir befinden uns in einem
Schwebezustand.« Dies sei im Grunde genommen ein »Durchwurschteln«.
Kujat fügte hinzu: "Es wird ja nicht Politik gemacht, sondern man
lässt sich treiben. Wenn Obama A sagt, dann sagen wir auch A. Aber
wir sind ein souveränes Land. Wir haben eigene Interessen. Und nur
dann, wenn unsere eigenen Sicherheitsinteressen betroffen sind, sind
wir verpflichtet, dort einzugreifen. Und das muss man klären. Im
Bundestag findet doch keine Diskussion zu diesen Fragen statt.»
Die zivilen Hilfen für Afghanistan sollen nun verdoppelt werden.
«Wir wollen den Strategiewechsel. Wir werden das zivile Engagement
verdoppeln: Insgesamt sollen im Jahr 430 Millionen Euro für zivile
Aufbauarbeit bereit stehen», sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel
dem «Reutlinger General-Anzeiger». Von dieser Gesamtsumme würden 250
Millionen Euro aus dem Etat des Entwicklungsministeriums bestritten:
«Das sind eine Milliarde Euro in der Legislaturperiode. Und das ist
genauso viel, wie die beiden Vorgängerregierungen zwischen 2002 und
2009 insgesamt für zivile Maßnahmen eingesetzt haben», sagte er. Das
sei eine «echte Entwicklungs-Offensive».
Ziel sei ein Konzept der «vernetzten Sicherheit». Zu diesem
Gesamtpaket gehöre selbstverständlich die Ausbildung der Polizei, das
sei wesentlich. Vernetzte Sicherheit bedeute jedoch nicht, «dass
Entwicklungshelfer jetzt Uniform tragen oder Soldaten Brunnen bohren.
Aber wir müssen die Arbeit gut koordinieren». Entwicklungshelfer
müssten wissen, ob der Ort, in dem sie tätig werden, militärisch
sensibel sei.
(ddp)
Eine Reihe von weiteren Nachrichten: Der frühere UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Tom Koenigs,
fordert eine deutlich stärkere Korrektur der Afghanistanstrategie
der Bundes regierung. Der Krieg sei «unter dem »klassischen
Gesichtspunkt geführt worden, den Gegner zu vernichten, nicht ... Wieder befördern am Hindukusch in diesen Tagen Hunderte von Eseln
und Kamelen die Säcke mit den Wahlzetteln in die entlegenen Bezirke
Afghanistans. Nachdem der amtierende Präsident Hamid Karsai am 20. ... Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat
harsche Kritik an der Afghanistan-Politik der Bundes regierung geübt.
Kujat sagte am Freitag bei der Aufzeichnung der N24-Sendung «Was
erlauben Strunz» nach einem ... Innenminister Holger Hövelmann (SPD) nimmt am Samstag an der Trauerfeier für die vier in Nord afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten teil. Einer der getöteten Soldaten stammt aus Sachsen-Anhalt, wie die Staatskanzlei am Freitag ... Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat eine
umfassende Neuprüfung des Bombardements zweier Tanklastwagen Anfang
September in Nord afghanistan angekündigt. Presseinformationen
zufolge soll das Bundeskanzleramt bereits vor der Bundestagswahl zu
der Einschätzung ... Der frühere Bundeswehr-Generalsinspekteur Harald Kujat hat die
Kritik des amerikanischen ISAF-Kommandeurs Stanley McChrystal am
deutschen Befehl zur Bombardierung der in Nord afghanistan entführten
Tanklastwagen in scharfen Worten zurückgewiesen.
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