Immer mehr traumatisierte Soldaten nach Auslandseinsätzen
Mittwoch, 28. April 2010
Immer mehr traumatisierte Soldaten nach Auslandseinsätzen

Halle (ddp). Die Zahl traumatisierter Bundeswehr-Soldaten nimmt angesichts der zugespitzten Lage in Nordafghanistan weiter zu. Vermutlich werde die Behandlungshäufigkeit weiter steigen, sagte Oberstarzt Peter Zimmermann, leitender Psychiater am Bundeswehrkrankenhaus in Berlin, der in Halle erscheinenden «Mitteldeutschen Zeitung». 2007 waren es 145 Fälle, 2008 bereits 245 und 2009 dann 466 Fälle mit posttraumatischen Belastungsstörungen, sagte der Psychiater.

Mit Todesfällen sei ein erhöhter Traumadruck verbunden. «Ich höre immer wieder von Soldaten, die sagen: Wir kommen hier nach Hause und keiner interessiert sich für uns», sagte der Bundeswehr-Psychiater. «Je mehr eine Gesellschaft hinter ihren Soldaten steht, desto besser wird es ihnen gehen - auch psychisch.» Viele junge Leute gingen aus Idealismus in einen derartigen Einsatz und wollten etwas für ihr Land tun. Das sollte man wertschätzen, forderte Zimmermann.

(ddp)

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