Deutschland trauert um Afghanistan-Gefallene
Freitag, 23. April 2010
Deutschland trauert um Afghanistan-Gefallene

Ingolstadt/Berlin (ddp). Mit einer zentralen Trauerfeier im Ingolstädter Münster nimmt die Bundeswehr am Samstag (12.00 Uhr) Abschied von ihren vier in Afghanistan getöteten Kameraden. Sie waren am 15. April bei einem Taliban-Angriff nahe der Stadt Baghlan ums Leben gekommen. Neben hochrangigen Gästen aus Bund und Ländern wird auch der afghanische Außenminister Zalmai Rassoul zu der Trauerfeier erwartet.

Bei dem zweiten Angriff auf die deutschen ISAF-Kräfte in nur zwei Wochen wurden ein 32-jähriger Hauptfeldwebel und ein 24-jähriger Stabsunteroffizier des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt (Bayern) sowie einen 38-jährigen Major von der Unteroffizierschule im oberpfälzischen Weiden (Bayern) getötet. Der vierte Gefallene ist ein 33-jähriger Oberstabsarzt des Bundeswehrkrankenhauses Ulm (Baden-Württemberg).

An der Trauerfeier werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sowie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus (CDU), der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, und der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), teilnehmen. Da einer der Gefallen aus Sachsen-Anhalt stammt, wird nach Angaben der dortigen Staatskanzlei auch Landes-Innenminister Holger Hövelmann (SPD) nach Ingolstadt kommen.

Die Zeremonie im Münster «Zur Schönen unserer Lieben Frau» wird voraussichtlich 90 Minuten dauern. Vorgesehen sind zwei Reden von Guttenberg sowie vom Ingolstädter Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU).

Der Anschlag von Baghlan war bereits der zweite schwere Angriff auf die Bundeswehr in diesem Monat. Erst am Karfreitag waren drei deutsche Soldaten bei Gefechten gestorben. Seit Beginn des Einsatzes am Hindukusch vor gut acht Jahren kamen insgesamt 43 Bundeswehrangehörige in Afghanistan ums Leben, 24 davon wurden bei Anschlägen und Gefechten getötet.

(ddp)

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