Ackermann fordert Debatte über Afghanistan-Einsatz
Donnerstag, 22. April 2010
Ackermann fordert Debatte über Afghanistan-Einsatz

Trier (ddp-rps). Der Trierer Bischof Stephan Ackermann fordert eine breite Debatte über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Bei dem Einsatz gehe es darum, dass Gewalt und Unrecht dauerhaft verhindert werde, sagte Ackermann beim Internationalen Soldatengottesdienst im Rahmen der Heilig-Rock-Tage vor rund 500 Soldaten am Donnerstag in Trier.

In Afghanistan bedürfe es einer «Perspektive für einen gerechten Frieden», sagte Ackermann. Die dort stationierten Soldaten müssten wissen, «wozu sie da sind, was sie erreichen sollen und welche Mittel sie dazu einsetzen können.» Dazu bräuchten sie auch «gesellschaftlichen Rückhalt.»

Nach dem Gottesdienst sagte Ackermann, es sei problematisch, dass die Berichterstattung über den Afghanistan-Einsatz «auf kritische Situationen fokussiert» sei. Es müssten auch die Fortschritte gezeigt werden, die der Einsatz für die Zivilbevölkerung bringe.

Brigadegeneral Alois Bach, Kommandeur des Zentrums für Innere Führung der Bundeswehr, sagte, der Einsatz sei «Ausdruck der gewachsenen Verantwortung Deutschlands für Frieden und Sicherheit in der Welt.» Er sei in erster Linie «ein Kampf gegen Terroristen und religiöse Fanatiker, die sich des Landes und seiner Menschen bemächtigen wollen.» Es brauche daher eine sicherheitspolitische Diskussion «über die Tagespolitik hinaus.» Über Fragen der Konfliktvorsorge, der Konfliktbewältigung und der Nachsorge müsse «möglichst bald» ein gesellschaftlicher Konsens gefunden werden.

(ddp)

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