Verbaucherschutz Geldanlage
Montag, 23. März 2009

Kundenschutz bei Geldanlage Beratung gestärkt


Ein erster gewaltiger Schritt beim Kundenschutz für verschiedene Produkte der Geldanlage ist im Moment die so genannte höchstrichterliche Rechtssprechung. Inzwischen gibt es einige Fälle, bei denen Oberlandesgerichte und sogar der Bundesgerichtshof ihre Urteile gegen Banken gefällt hatten, die nachweisbar ihre Kunden entweder unzureichend oder sogar falsch beraten hatten.




Dieses Problem existiert schon so lange, wie Finanzprodukte auf dem Markt angeboten werden, doch hat es durch die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht. Spektakuläre Bankenzusammenbrüche rissen das angelegte Vermögen vieler Kunden mit sich. Sicherungsmechanismen waren auf dem internationalen Finanzmarkt bis 2008 ein Fremdwort. Zumindest an dieser Stelle haben die führenden Politiker in einigen Ländern reagiert oder es sind Zusammenschlüsse von Banken entstanden, die ihren Anlegern zumindest eine Garantie über einen Teil ihres Vermögens geben können.

Viele Sparer waren von den Verlusten betroffen, weil sie das extrem hohe Risiko ihrer getätigten Anlagen gar nicht kannten. Vor allem der Handel mit Wertpapieren und Optionen war in einem überdurchschnittlichen Umfang davon betroffen. Dass dies zu einem Großteil fehlender oder falscher Beratung geschuldet war, weist eine Studie aus, die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Hier kommt man zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Anleger aus diesem Grund ihr Vermögen teilweise oder gänzlich verloren hat. Aufgescheucht wurde man hier wohl auch dadurch, dass sogar Sozialkassen in Millionenhöhe an den dadurch entstandenen Verlusten beteiligt waren.


Im Sommer 2009 sollen nun neue gesetzliche Regelungen verabschiedet werden, die die Rechte der Verbraucher deutlich stärken sollen. Leider wird es die von den Verbraucherschützern erhoffte Umkehr der Beweislast nicht geben. Noch immer muss der Kunde im Schadensfall beweisen, dass er unzureichend oder falsch beraten worden ist. Lediglich Unterstützung bei der Beweisführung wird dem Kunden gegeben, indem die Banken und freien Finanzmakler gezwungen werden, ein Protokoll der Beratung zu erstellen und dieses in Kopie auch an den Kunden zu übergeben. Das ist übrigens eine Praxis, die in der Versicherungsbranche viele Unternehmen seit einiger Zeit bereits auf freiwilliger Basis umsetzen.


Dabei gibt der Gesetzgeber konkret vor, welchen Inhalt dieses Protokoll haben muss. Ein wichtiger Bestandteil ist die Auflistung der empfohlenen Produkte und die wichtigsten dazu vorgebrachten Argumente. Damit verschafft man dem Kunden die Möglichkeit, sich deutlich besser über die mit den einzelnen Produkten verbundenen Risiken informieren zu können.


Ein weiterer nicht zu unterschätzender Punkt ist, dass sowohl die aktuelle höchstrichterliche Rechtssprechung als auch die neuen rechtlichen Regelungen zum Kundenschutz vorsehen, dass die Bank und auch die freien Finanzmakler Auskunft darüber geben müssen, welche Provisionen sie für den Verkauf der einzelnen Produkte erhalten. Damit kann der Kunde wesentlich besser einschätzen, ob ihm der Berater ein Produkt vorschlägt, weil er es nach individueller Prüfung wirklich für das am besten Geeignete hält oder ob er es nur anbietet, weil er selbst dadurch wirtschaftliche Vorteile erlangt.


Trotz der Stärkung seiner Rechte sollte der Kunde von selbst bemüht sein, möglichst viele Informationen zu den Produkten zu bekommen. Eine Möglichkeit ist, sich Angebote unterbreiten zu lasse und selbst im Internet danach zu recherchieren. Zu fast allen Finanzmarktprodukten finden sich inzwischen umfangreiche Statistiken und Geschäftsberichte von Fondsgesellschaften, deren Entwicklungsdaten bei der Wahl einer persönlichen Anlage von unschätzbarem Wert sind. Eine andere Möglichkeit ist es, bei der Bank eine weitergehende, oft aber auch kostenpflichtige Beratung zu vereinbaren.


Darüber hinaus bieten die Verbraucherschutzzentralen ein gewaltiges Spektrum an Informationen und Leistungen an, die man als Kunde unbedingt nutzen sollte, wenn man sich vor unseriösen Angeboten des Finanzmarktes schützen möchte.


Doch egal, wo und wie man die Beratung in Anspruch nehmen möchte, ist es wichtig, sich auf diese Gespräche möglichst gut vorzubereiten. Am besten, man legt sich schon Tage vorher einen Zettel hin, auf dem man alle Fragen aufschreibt, die einem zu dieser Problematik einfallen. So stellt man sicher, dass man in Eifer des Gespräches nicht die wichtigsten Fragen vergisst. Auch kann man bei der Beratung durch die Bank zur Bedingung machen, dass dieser Fragenkatalog zum Bestandteil des Beratungsprotokolls gemacht wird.


Im Fazit ist zu sagen, dass der Kunde trotz aller Bemühungen um die Stärkung seiner rechtlichen Position noch immer selbst für die Beschaffung der für die Bewertung eines Anlagerisikos notwendigen Informationen verantwortlich ist. Nur darf er sich inzwischen darauf verlassen, dass ihm an einigen Stellen die Auskünfte nicht mehr verweigert werden dürfen.


 
< zurück   weiter >

Zufallsartikel

Newsflashes - Newsflash
Forward Darlehen zur Zinssicherung
Administrator - Mittwoch, 9. September 2009
Froward Darlehen Das Forward Darlehen ist eine Darlehensform im Zusammenhang mit einer Baufinanzierung. Übersetzt ins Deutsche heißt Forward – im Voraus und dieser Begriff beschreibt auch gleich die Besonderheit des Forward Darlehens. Bauherren und Immobilienkäufer können sich mit dem Forward Darlehen bis zu 60 Monate bevor das Darlehen ausgezahlt wird, einen ...
Newsflashes - Newsflash
Haarentfernung durch Laserbehandung
Administrator - Samstag, 6. Dezember 2008
Haare dauerhaft entfernen lassen Eine moderne Technologie sich Haare vom Körper entfernen zu lasen ist die Laservariante. Viele konventionelle Methoden zu Entfernung von Haaren sind unangenehm und die Ergebnisse nur von kurzer Dauer. Bei der Laserbehandlung ist die Haarentfernung hingegen von längerer Dauer.