Kredite und deren Zinsen
Montag, 23. März 2009

Wie vergleicht man Kreditzinsen richtig?



Viele Menschen, die einen Kredit in Anspruch nehmen wollen, tun sich schwer, die besten Konditionen finden zu können. Das liegt vor allem auch daran, dass sie die verwendeten Fachbegriffe Nominalzins und effektiver Jahreszins nicht korrekt auseinander halten können. So entstehen Missverständnisse, die am Ende leider viel zu oft dazu führen, dass die Interessenten, die von der Bank oft auch nicht die für eine fundierte Entscheidung notwendige konkrete Aufklärung bekommen, sich für die teurere Kreditvariante entscheiden.


Zinsarten bei Krediten

Der Nominalzins gibt eigentlich nur Auskunft darüber, welche Zinsen man auf das geliehene Geld zahlen muss. Dabei werden weder Kreditgebühren noch Bereitstellungszinsen berücksichtigt. Auch ein zu berücksichtigendes Disagio geht in die ausgewiesenen Nominalzinsen nicht ein. Unter Disagio versteht der Banker den Anteil des Kreditbetrages, der nicht zur Auszahlung kommt.


Beim effektiven Jahreszins hingegen werden einige dieser Faktoren berücksichtigt. Allerdings sollte man sich beim Vergleich der Kreditzinsen nicht dazu hinreißen lassen, anzunehmen, dass hier wirklich alle Kreditkosten berücksichtigt werden. Das muss im jeweiligen Einzelfall ganz konkret abgeklärt werden. In den meisten Fällen lässt die Bank beim Ausweis der effektiven Jahreszinsen die Kosten für die Wertermittlung außen vor, die allerdings teilweise recht kräftig zu Buche schlagen können.


Der effektive Jahreszins liegt also immer höher als der Nominalzins. Beide Werte für sich genommen sollte kein alleiniges Entscheidungskriterium für den einen oder anderen angebotenen Kredit sein, sondern es sollten in den Vergleich wirklich alle Kreditnebenkosten mit einbezogen werden.


Zinsvergleich: Mittel zum finden des günstigsten Angebots

Am besten vergleicht man einen Kredit, indem man sich von den Banken individuelle Angebote für eine konkrete Kreditsumme mit identischer Laufzeit machen lässt. Über die Höhe der zu zahlenden Raten ist ein besserer Vergleich möglich, denn damit kann man sich schnell selbst ausrechnen, welche Kosten insgesamt für die Inanspruchnahme eines Darlehens anfallen. Allerdings sollte man hierbei unbedingt beachten, welche Kosten neben dem Kredit noch auf direktem Weg gezahlt werden müssen. Auch sollte man genau schauen, wo ein Disagio angesetzt wird, weil man an dieser Stelle den beantragten Kreditbetrag erhöhen muss. Das wirkt sich direkt auf die anfallenden Kreditkosten aus.


Auch sollte man beim Vergleich der Kreditkosten bedenken, dass die Bank zusätzlich eine Restschuldversicherung verlangen könnte. Auch das verteuert den Kredit. Hinzu kommen mögliche Kosten für die Bewertung einzubringender Sicherheiten. Nimmt man dafür eine Lebens- oder Renteversicherung her, fallen keine Gebühren an. Setzt man jedoch wertvolle Sammlungen oder Schmuckstücke aus Edelmetallen ein, ist nicht nur ein Wertgutachten erforderlich, sondern sie müssen in den meisten Fällen bei der Bank hinterlegt werden, die den Kredit ausreicht. Dafür können Schließfachgebühren etc. anfallen, die ebenfalls zu den Kreditnebenkosten hinzu gerechnet werden müssen.

Ein weiteres Problem für den Laien stellt sich dar, wenn in den Angeboten von einem anfänglichen nominalen Kreditzins die Rede ist. Hier besteht nicht nur die Gefahr, dass sich die darüber eigentlich zu zahlende Leihgebühr für das Geld ändert, sondern der Kredit nur eine oft kurzfristige Laufzeit hat und nach deren Ende neu verhandelt werden muss. Das geht in der Praxis mit dem Abschluss eines neuen Kreditvertrages einher, für den wiederum Abschlussgebühren verlangt werden. Auch diese werden bei den ausgewiesenen effektiven Jahreszinsen nicht berücksichtigt.


Einige Banken verlangen auch Gebühren für die Bescheinigungen, die sie am Ende des Jahres ausstellen müssen und die man braucht, um seine Zinsbelastungen im Rahmen der Einkommenssteuererklärung geltend zu machen. Auch diese Kosten fließen in die Berechnung des effektiven Jahreszinses nicht mit ein. Das gilt übrigens auch für die Bescheinigungen zur Abgeltungssteuer, die immer dann notwendig werden, wenn man zur Besicherung eines Kredites Geldanlagen beispielsweise auf Festgeldkonten oder Sparkonten mit festen Laufzeiten etc. tätigen muss. Das wird vor allem bei Terminhypotheken besonders oft der Fall sein.


Deshalb empfiehlt es sich für den Laien, den Kreditvergleich mit Hilfe einer Checkliste zu machen, auf der all die genannten möglichen Kosten aufgeführt sind. So wird keine zu berücksichtigende Position vergessen und man kann die Gesamtkosten für ein Darlehen ganz genau ermitteln. Letztendlich ist es die auf diese Weise ermittelte Kostensumme, die für sich allein einen konkreten Vergleich der Kredite zulässt und die als Grundlage für die Entscheidung für ein Kreditangebot dienen kann.


Letzte Aktualisierung ( Montag, 23. März 2009 )
 

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