Transnet droht mit flächendeckenden Streiks ab August
Sonntag, 25. April 2010
Transnet droht mit flächendeckenden Streiks ab August

Berlin (ddp). Bahnreisenden stehen mitten im Sommer möglicherweise erhebliche Einschränkungen bevor. Sollten die Arbeitgeber weiterhin ein einheitliches Lohnniveau für die Branche verweigern, droht die Bahn-Gewerkschaft Transnet mit einem flächendeckenden Arbeitskampf ab August. «Wenn es bis Ende Juli keine Einigung auf einen Branchentarifvertrag gibt, werden wir bundesweit streiken», sagte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner dem Berliner «Tagesspiegel» (Montagausgabe).

«Es wird dann nicht nur Arbeitskämpfe bei einzelnen Unternehmen geben, sondern flächendeckend in der gesamten Branche», erklärte er. Wenn nötig, werde die Gewerkschaft so lange streiken, bis sie ans Ziel komme. Zu Zeitpunkt und Umfang der Ausstände sagte er nichts.

Mit dem Branchentarifvertrag wollen die Gewerkschaften verhindern, dass das Lohnniveau im Schienenverkehr weiter sinkt. Private Bahn-Konkurrenten zahlen nach Transnet-Angaben bis zu 30 Prozent weniger als die Deutsche Bahn und haben auch deshalb viele Ausschreibungen gewonnen.

Dem Bericht zufolge tritt seit einiger Zeit auch der Staatskonzern bei Ausschreibungen mit Tochterfirmen an, die nicht an das Tarifniveau des übrigen Unternehmens gebunden sind. «Die Bahn ist nicht besser als die privaten Wettbewerber. Sie hat deren Lohnniveau in den jüngsten Ausschreibungen um bis zu 20 Prozent unterboten», bemängelte Kirchner.

(ddp)

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