ots: Statistisches Bundesamt / Tarifverdienste wachsen in Frankreich seit ...
Freitag, 26. Juni 2009


Wiesbaden (ots) - Die tariflichen Monatsverdienste der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stiegen nach Mitteilung des
Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2008 gegenüber dem
Vorjahr in Deutschland durchschnittlich um 2,8% und in Frankreich um
3,1%. Damit lagen die durchschnittlichen Tariferhöhungen in
Deutschland das fünfte Jahr in Folge unter denen in Frankreich. Der
Harmonisierte Verbraucherpreisindex erhöhte sich im Jahr 2008 sowohl
in Deutschland als auch in Frankreich um 2,8%.

Der vergleichsweise hohe Anstieg der Tarifverdienste in beiden
Ländern geht hauptsächlich auf die hohen Tarifabschlüsse im ersten
Halbjahr 2008 zurück. In der zweiten Jahreshälfte fielen die
Tariferhöhungen dagegen deutlich niedriger aus. In Deutschland
resultierte diese Entwicklung hauptsächlich auf Stufenerhöhungen in
vielen großen Branchen, die bereits 2007 oder in den Vorjahren
abgeschlossen worden waren und in der Regel niedriger ausfielen als
die erste Tarifanhebung. In Frankreich waren die niedrigeren
Tariferhöhungen im zweiten Halbjahr 2008 hingegen bereits Folge der
sich abzeichnenden Finanzkrise.

In Frankreich weisen die tariflichen Monatsverdienste der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Energie- und
Wasserversorgung 2008 mit 4,0% die höchste und im Kreditgewerbe mit
2,9% die niedrigste Steigerung auf. In Deutschland variieren die
durchschnittlichen Tariferhöhungen stärker und lagen zwischen 4,5% in
der Energie- und Wasserversorgung und 2,0% im Handel. Auch in den
einzelnen Branchen des Produzierenden Gewerbes sind die
Tarifverdienste in Frankreich gleichmäßiger gestiegen als in
Deutschland. So erhöhten sich beispielsweise die durchschnittlichen
Tarifverdienste der Arbeitnehmer in Frankreich in der Metallindustrie
um 3,4%, in der Chemischen Industrie um 3,1% und im Ernährungsgewerbe
um 3,2%. In Deutschland betrug der Anstieg der durchschnittlichen
tariflichen Monatsverdienste in der Chemischen Industrie 4,5%, in der
Metallindustrie 3,0% und im Ernährungsgewerbe 2,1%.

In Frankreich wurden im Handel mit 3,1% durchschnittliche
Tarifsteigerungen erzielt. In Deutschland hingegen war die
Entwicklung mit 2,0% unterdurchschnittlich. Die Tarifsteigerungen im
Handel in Frankreich sind auch auf die Erhöhung des allgemein
garantierten, gesetzlichen Mindestlohns in Frankreich (SMIC - salaire
minimum interprofessionnel de croissance) zurückzuführen, der von der
Regierung jährlich unter Berücksichtigung des Anstiegs der
Verbraucherpreise und der allgemeinen Lohnentwicklung festgelegt
wird. Zum 1. Juli 2008 wurde der Mindestlohn in Frankreich um 3,2%
auf 8,71 Euro pro Stunde angehoben. In Deutschland gibt es hingegen
nur branchenspezifische Mindestlöhne für fünf Bauberufe sowie das
Gebäudereinigungshandwerk und die Briefdienstleister.

Methodische Hinweise:
Für den deutsch-französischen Vergleich werden vom Statistischen
Bundesamt und vom französischen Statistischen Zentralamt (INSEE)
Indikatoren zur kurzfristigen Lohn- und Arbeitszeitentwicklung
jährlich zeitgleich in Wiesbaden und Paris veröffentlicht.
Die Indizes der tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmer in
Deutschland messen die Entwicklung der durchschnittlichen
Tarifverdienste. Für die laufende Berechnung werden vierteljährlich
die Veränderungen der Vergütungen ausgewählter Tarifverträge
berücksichtigt. Die französischen Ergebnisse beruhen auf einer
vierteljährlichen Erhebung der so genannten Basislöhne für den
letzten Monat jedes Quartals bei Betrieben mit zehn und mehr
Beschäftigten.

Einbezogen werden jeweils das Produzierende Gewerbe, Handel,
Transport und Nachrichtenübermittlung sowie Kredit- und
Versicherungsgewerbe. Zulagen und Prämien sowie Einmalzahlungen
werden nicht berücksichtigt.

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wird in Deutschland
vom Statistischen Bundesamt parallel zum nationalen
Verbraucherpreisindex berechnet. Der HVPI dient der Inflationsmessung
und wird vorrangig für den innereuropäischen Vergleich herangezogen.

Eine zusätzliche Tabelle bietet die Online-Fassung dieser
Pressemitteilung unter www.destatis.de.

Weitere Auskünfte geben:
Mirjam Bick,
Telefon: (0611) 75-4327,
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Étienne Dalibard
Telefon: (0033) 14117-5464,
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Originaltext: Statistisches Bundesamt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32102
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Statistisches Bundesamt
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