ots: Statistisches Bundesamt / Immer weniger Erwerbstätige in der Landwirtschaft
Montag, 18. Januar 2010


Wiesbaden (ots) - Die Zahl der Erwerbstätigen in der Land- und
Forstwirtschaft sowie der Fischerei in Deutschland ist seit 1998 um
15,6% zurückgegangen. Damit ging eine zunehmende Spezialisierung der
landwirtschaftlichen Betriebe und eine Abnahme der Zahl der
Erwerbstätigen in bäuerlichen Familienbetrieben einher. Dies teilte
das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Internationalen
Grünen Woche auf Basis von Ergebnissen des Mikrozensus 2008 mit.

Im Jahr 2008 arbeiteten rund 817 000 Personen im Alter von 15 bis
64 Jahren hauptberuflich in der "Land- und Forstwirtschaft,
Fischerei" (primärer Sektor). Das waren 150 000 Personen oder 15,6%
weniger als zehn Jahre zuvor, wobei sich der Rückgang seit 1998
wesentlich auf die Jahre bis einschließlich 2004 konzentrierte.
Zuletzt waren etwa zwei Drittel (68,0%) der Erwerbstätigen in der
Landwirtschaft Männer. Der Frauenanteil ging seit 1998 von 37,1% auf
32,0% zurück. Zusätzlich übten im Jahr 2008 rund 25 000 Personen eine
landwirtschaftliche Tätigkeit ergänzend zu einer
Haupterwerbstätigkeit außerhalb der Land- und Forstwirtschaft,
Fischerei aus.

Bei tieferer wirtschaftsfachlicher Betrachtung der einzelnen
Bereiche dieses Sektors verlief der Beschäftigungsabbau seit 1998
keineswegs gleichförmig. In der Fischerei und Fischzucht gab es mit
17,6% leicht überdurchschnittliche und in der Forstwirtschaft mit
13,3% leicht unterdurchschnittliche Rückgänge der Zahl der
Erwerbstätigen. Im Pflanzenbau (+ 1,8%), im Bereich
landwirtschaftlicher und gärtnerischer Dienstleistungen (+ 7,9%),
besonders aber bei der Tierhaltung (+ 47,1%) stieg die Beschäftigung
teilweise sogar recht kräftig an. Der deutlichste Rückgang vollzog
sich im Bereich der "Gemischten Landwirtschaft" (2008: 293 000
Erwerbstätige). Gegenüber 1998 ging die Beschäftigtenzahl hier um 189
000 oder 39,2% zurück.

Der im Beobachtungszeitraum ausgeprägte Rückgang der Beschäftigung
gerade in der "Gemischten Landwirtschaft" erklärt sich durch
nachhaltige Veränderungen bei den wirtschaftsfachlichen Schwerpunkten
der tätigen Betriebe. So ist seit geraumer Zeit eine Entwicklung weg
von gemischt landwirtschaftlichen Betrieben hin zu spezialisierten
Betrieben, die zum Beispiel ausschließlich Tierhaltung oder
Pflanzenbau betreiben, zu registrieren.

Der Rückgang der Erwerbstätigkeit von 1998 auf 2008 betraf im
Wesentlichen landwirtschaftliche Kleinst- beziehungsweise bäuerliche
Familienbetriebe. So ging die Zahl der Selbstständigen ohne
Beschäftigte (- 45 000 beziehungsweise - 21,8%) überdurchschnittlich
zurück. Bei den Arbeitnehmern war der Rückgang weniger deutlich
ausgeprägt (- 61 000 oder - 11,9%). Bei Selbstständigen mit
Beschäftigten kam es sogar zu einer leichten Zunahme (+ 4 000 oder +
4,0%).

Eine Besonderheit der "Land- und Forstwirtschaft, Fischerei" und
der dort noch häufig anzutreffenden Familienbetriebe ist die
vergleichsweise hohe Zahl Mithelfender Familienangehöriger. Im Jahr
2008 waren 99 000 Personen oder 12,1% aller Erwerbstätigen in diesem
Bereich als Mithelfende beschäftigt. Gegenüber dem Jahr 1998, in dem
147 000 Personen (oder 15,2%) als Mithelfende Familienangehörige in
der "Land- und Forstwirtschaft, Fischerei" tätig waren, ist dies ein
Rückgang um 32,6% - ein weiterer Beleg für den Strukturwandel in
landwirtschaftlichen Betrieben.

Weitere Auskünfte gibt:
Andreas Grau,
Telefon: (0611) 75-2124,
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Originaltext: Statistisches Bundesamt
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