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Dienstag, 30. Juni 2009


Wiesbaden (ots) - Das Finanzierungsdefizit der öffentlichen
Haushalte stieg im ersten Quartal 2009 auf 37,8 Milliarden Euro. Dies
teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen
Ergebnissen der Kassenstatistik der öffentlichen Haushalte mit. Damit
erhöhte sich das Finanzierungsdefizit (in der Abgrenzung der
Finanzstatistik), das sich aus der Differenz von Einnahmen und
Ausgaben errechnet und den Saldo der haushaltstechnischen
Verrechnungen einschließt, um 15,8 Milliarden Euro gegenüber dem
Ergebnis im ersten Quartal des Vorjahres (22,0 Milliarden Euro). Am
stärksten stieg das Finanzierungsdefizit der Länder, und zwar um 10,6
Milliarden Euro auf 13,3 Milliarden Euro.

Die Einnahmen der öffentlichen Haushalte erhöhten sich im ersten
Quartal 2009 nur geringfügig um 0,2% auf 245,5 Milliarden Euro.
Gleichzeitig stiegen die öffentlichen Ausgaben insgesamt um 5,8% auf
283,3 Milliarden Euro. Die Länder verzeichneten mit 11,9% die
kräftigste Ausgabensteigerung - unter anderem wegen der stark
gestiegenen Ausgaben für Beteiligungen im Zusammenhang mit
staatlichen Finanzhilfen für die Bayerische Landesbank.

Die Nettokreditaufnahme zur Finanzierung der Haushalte von Bund,
Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden betrug im ersten Quartal
2009 insgesamt 7,8 Milliarden Euro. Während der Bund im
Berichtszeitraum eine Nettokreditaufnahme in Höhe von 14,9 Milliarden
Euro auswies, tilgten die Länder mit 6,3 Milliarden Euro und die
Gemeinden sowie die Gemeindeverbände mit 0,8 Milliarden Euro mehr
Schulden am Kreditmarkt, als sie neu aufgenommen hatten.

Die Kreditmarktschulden der öffentlichen Haushalte erreichten zum
Ende des ersten Quartals 2009 den Stand von 1 544,3 Milliarden Euro
(31. Dezember 2008: 1 515,2 Milliarden Euro). Die
Kassenverstärkungskredite stiegen zum Ende des ersten Quartals 2009
auf 65,5 Milliarden Euro (31. Dezember 2008: 61,9 Milliarden Euro).

Eine Tabelle bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung
unter www.destatis.de.

Methodische Hinweise

Die Kassenergebnisse beziehen sich auf die Haushalte des Bundes
und der Länder (jeweils einschließlich Extrahaushalte), der Gemeinden
und Gemeindeverbände sowie auf die EU-Anteile und die
Sozialversicherung (einschließlich Extrahaushalte).

Bei der Interpretation der Ergebnisse für die öffentlichen
Haushalte im ersten Vierteljahr 2009 ist zu berücksichtigen, dass es
sich um vorläufige, teilweise geschätzte Ergebnisse handelt.
Insbesondere bei den Daten über die Einnahmen, Ausgaben und den
Schuldenstand der Gemeinden und Gemeindeverbände wird für mehrere
Länder die Aussagefähigkeit - vor allem beim Vorjahresvergleich -
durch die verstärkte Einführung der doppischen Buchführung
beeinträchtigt.

Wegen der übers Jahr gesehenen starken Schwankungen bei Einnahmen,
Ausgaben und Schulden können keine Rückschlüsse auf das
Jahresergebnis gezogen werden.
Bereits veröffentlichte Vorjahresergebnisse werden hiermit
gegebenenfalls revidiert.

Endgültige Ergebnisse für das erste Vierteljahr 2009 werden in der
Fachserie 14, Reihe 2 "Vierteljährliche Kassenergebnisse des
öffentlichen Gesamthaushalts" voraussichtlich im Juli 2009
veröffentlicht.

Weitere Auskünfte gibt:
Frau Renate Schulze-Steikow,
Telefon: (0611) 75-4166,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Originaltext: Statistisches Bundesamt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32102
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Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Telefon: (0611) 75-3444
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