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Wiesbaden (ots) - Die Zahl der Erwerbstätigen in Bauberufen hat
von 1998 bis 2008 entgegen dem Beschäftigungszuwachs in der
Gesamtwirtschaft kräftig abgenommen: sie sank in diesem Zeitraum um
mehr als ein Fünftel. Frauen bleiben dabei in Bauberufen auch
weiterhin extrem unterrepräsentiert. Dies teilt das Statistische
Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden anlässlich der Internationalen
Baufachmessse BAUTEC auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus
mit.
In Bauberufen waren im Jahr 2008 gut 1,7 Millionen Personen
erwerbstätig, 487 000 oder 21,9% weniger als im Jahr 1998. Dabei hat
sich der ohnehin hohe Männeranteil (im Jahr 1998: 95,5%) sogar noch
weiter erhöht (2008: 96,6%).
Der Beschäftigungsrückgang betraf neben Arbeitern und Angestellten
(- 487 000 oder - 26,2%) insbesondere Auszubildende (- 78 000 oder -
40,5%). Bemerkenswerterweise hat die Zahl der Selbständigen ohne
Beschäftigte - sogenannte Solo-Selbständige - seit 1998 entgegen dem
Trend stark zugenommen (+ 66 000 oder + 103,1% auf 129 000), und zwar
insbesondere in Hoch- und Ausbauberufen (+ 48 000 oder + 136,0%). Der
Anstieg der Zahl der Solo-Selbstständigen dürfte auch auf die
Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 zurückzuführen sein, durch
die die Möglichkeiten zur Erbringung zulassungspflichtiger
Tätigkeiten durch Gesellen erweitert (Einschränkung der
"Meisterpflicht") und 53 Handwerke gänzlich zulassungsfrei wurden.
Trotz der Zunahmen bei Solo-Selbständigen entfiel auf Hoch- und
Ausbauberufe - der mit 41,7% der Erwerbstätigen größten Teilgruppe
der Bauberufe - insgesamt der größte Anteil am
Gesamtbeschäftigungsrückgang seit 1998 (- 277 000 oder - 27,7% auf
725 000). Zu den Hoch- und Ausbauberufen zählen beispielweise Maurer,
Isolierer, Fliesenleger, Zimmerer oder Dachdecker.
Der Anteil ausländischer Erwerbstätiger in den Bauberufen
insgesamt war sowohl im Jahr 1998 (9,7%) als auch im Jahr 2008
(10,9%) höher als bei Erwerbstätigen insgesamt (7,9% beziehungsweise
8,6%). Besonders hoch war der Anteil ausländischer Erwerbstätiger in
der Berufsgruppe der Bauhilfsarbeiter (2008: 22,3%).
Vom Rückgang der Beschäftigung in Bauberufen seit 1998 entfiel ein
überproportionaler Anteil auf die neuen Länder und Berlin. Die Zahl
der Erwerbstätigen am Bau ging im Osten Deutschlands um 35,3% zurück.
Im Westen Deutschlands fiel der Rückgang mit 14,7% moderater aus.
Überhaupt gibt es einige Unterschiede zwischen Ost und West. So
war im Osten bei den Beschäftigten in Bauberufen der Frauenanteil
noch etwas geringer als im Westen (3,0% gegenüber 3,6%) und das
Durchschnittsalter war im Jahr 2008 geringfügig höher als im Westen
(40,2 Jahre gegenüber 39,7 Jahre), obwohl es im Jahr 1998 noch
deutlich unter dem Altersdurchschnitt im Westen gelegen hatte (35,8
Jahre gegenüber 37,8 Jahre). Der wohl markanteste Unterschied
betrifft den Ausländeranteil. Während im Westen im Jahr 2008 mit
13,6% der Anteil nicht Deutscher um 3,9 Prozentpunkte höher lag als
bei den Erwerbstätigen insgesamt, ist die Ausländerquote bei den
Bauberufen - wie auch bei Erwerbstätigen insgesamt - im Osten sehr
viel niedriger. In beiden Fällen betrug sie 4,0%.
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Andreas Grau,
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Originaltext: Statistisches Bundesamt
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