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Wiesbaden (ots) - Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes
(Destatis) wurden in Deutschland im Verlauf des Jahres 2008 rund 94
500 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Das waren gut 16 800
Einbürgerungen weniger als im Vorjahr (- 15%). Damit fiel die Zahl
der Einbürgerungen auf den niedrigsten Stand seit der
Wiedervereinigung. Den Höchststand hatten die Einbürgerungen im Jahr
2000 mit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts
erreicht. Damals wurden etwa 186 700 Personen eingebürgert - nahezu
doppelt so viele wie 2008.
Innerhalb Deutschlands war die Entwicklung recht unterschiedlich:
In Mecklenburg-Vorpommern war der Rückgang gegenüber dem Vorjahr am
größten (- 41%), gefolgt von Hamburg (- 31%) und Bayern (- 24%). In
Sachsen-Anhalt (+ 5%) und dem Saarland (+ 1%) hat sich die Zahl der
Einbürgerungen gegenüber dem Vorjahr sogar erhöht.
2008 erwarben 66 000 Personen (70% aller Eingebürgerten) die
deutsche Staatsangehörigkeit, die seit mindestens acht Jahren
rechtmäßig in Deutschland leben und eine gültige Aufenthaltserlaubnis
haben; das waren 15% weniger als im Jahr zuvor. Deren in Deutschland
lebende ausländische Ehegatten und minderjährige Kinder waren mit 10
700 Fällen Einbürgerungen (24% weniger als im Vorjahr) die
zweitgrößte Gruppe. Diese Personen können schon nach kürzerer Zeit
eingebürgert werden. An dritter Stelle standen mit knapp 8 300 Fällen
Einbürgerungen von Ausländerinnen und Ausländern mit einem deutschen
Ehe- oder Lebenspartner (23% weniger als im Vorjahr).
Die größte Gruppe hinsichtlich der Herkunft der Eingebürgerten
bildeten 2007 - wie schon in den Jahren zuvor - Menschen aus der
Türkei mit rund 24 500 Einbürgerungen. Dies entsprach 25% aller
Einbürgerungen und spiegelt in etwa den Anteil der türkischen
Staatsangehörigen an allen in Deutschland lebenden Ausländerinnen und
Ausländern wider. Danach folgten Einbürgerungen von Personen aus dem
ehemaligen Serbien- Montenegro und seinen Nachfolgestaaten (rund 6
900 Fälle) und aus Polen beziehungsweise dem Irak (jeweils gut 4 200
Fälle).
Eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr war lediglich bei den
Einbürgerungen aus dem Irak (+ 3%) zu verzeichnen. Die zahlenmäßig
stärksten Rückgänge wurden bei Einbürgerungen aus der Ukraine (- 56%)
und der Russischen Föderation (- 40%) festgestellt.
Die Einbürgerungsquote drückt das Verhältnis von erfolgten zu
möglichen Einbürgerungen aus. Sie bezieht also die tatsächlichen
Einbürgerungen auf die Zahl jener Ausländerinnen und Ausländer, die
mit einem gültigen Aufenthaltstitel und der erforderlichen
Aufenthaltsdauer alle Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen.
2008 betrug diese Quote insgesamt 2,2%, das heißt von 45
Ausländerinnen und Ausländern, die sich 2008 hätten einbürgern lassen
können, haben sich nur einer beziehungsweise eine zu diesem Schritt
entschlossen. Für EU-Bürger ergibt sich mit 14 000 Einbürgerungen
eine unterdurchschnittliche Quote von 0,9%, für Nicht-EU-Bürger mit
80 400 Einbürgerungen eine überdurchschnittliche von 2,8%. Die
höchste Quote wurde mit 23,8% bei ehemaligen Staatsangehörigen des
Iraks registriert.
Weitere Ergebnisse finden sie auf unserer Internet-Seite
(www.destatis.de).
Eine Tabelle bietet die Online-Fassung dieser Pressemitteilung
unter www.destatis.de.
Weitere Auskünfte gibt:
Dr. Gunter Brückner,
Telefon: (0611) 75-4365,
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Originaltext: Statistisches Bundesamt
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