ots: Statistisches Bundesamt / 60% der Eltern von Heimkindern erhalten ...
Donnerstag, 7. Januar 2010


Wiesbaden (ots) - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)
mitteilt, begann für 32 000 junge Menschen im Jahr 2008 eine
Heimerziehung oder sonstige betreute Wohnform. In 60% der Fälle
bezogen deren Familien oder sie selbst Transferleistungen. Dazu
gehören finanzielle Hilfen des Staates wie Arbeitslosengeld II oder
Sozialgeld nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch beziehungsweise
Sozialhilfe oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
entsprechend dem Zwölften Sozialgesetzbuch. Von den 14 500 jungen
Menschen, die in Pflegefamilien neu aufgenommen wurden, erhielten die
jungen Menschen selbst oder deren Eltern in 75% der Fälle
Transferleistungen.

Insgesamt begann im Jahr 2008 für 502 000 junge Menschen eine
erzieherische Hilfe. Neben Heimerziehung, sonstiger betreuter
Wohnform oder der Unterbringung in einer Pflegefamilie
(Vollzeitpflege) gehören dazu auch Leistungen wie Erziehungsberatung
und sozialpädagogische Familienhilfe. Von allen jungen Menschen, für
die eine erzieherische Hilfe begonnen hat, bezogen 35% zusätzlich
auch Transferleistungen.

Unter den Kindern, für die eine Vollzeitpflege begonnen hat, waren
die unter einjährigen mit 14% am häufigsten vertreten. In diesen
Fällen war die Gefährdung des Kindeswohls der meistgenannte
Hauptgrund. Knapp die Hälfte der Kinder, die in einer Pflegefamilie
aufgenommen wurden, war noch nicht im schulpflichtigen Alter.
Insgesamt ging mit zunehmendem Alter der Kinder die Inanspruchnahme
der Vollzeitpflege zurück. Im Gegensatz dazu nahm die Unterbringung
von jungen Menschen in Heimen oder sonstigen betreuten Wohnformen mit
dem Alter der Hilfeempfänger zu. Nahezu zwei Drittel (62%) dieser
Kinder und Jugendlichen waren zwischen 12 und 17 Jahren alt.
Hauptgrund für den Beginn einer Heimunterbringung war im Jahr 2008
die unzureichende Erziehungskompetenz der Eltern beziehungsweise
Personensorgeberechtigten.

Gut jeder fünfte junge Mensch (21%), dem eine Vollzeitpflege neu
gewährt wurde, verfügte über einen Migrationshintergrund. Dieser
liegt vor, sofern das Kind selbst oder mindestens ein Elternteil aus
dem Ausland stammt. Bei den durch Heimerziehung betreuten Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen verfügten 24% der Eltern über
eigene Zuwanderungserfahrungen. Von allen unter 21-jährigen jungen
Menschen in Deutschland wies im Jahr 2008 ein Viertel einen
Migrationshintergrund auf.

Weitere detaillierte Ergebnisse zu Vollzeitpflegen und
Heimerziehungen gibt es kostenlos im Publikationsservice des
Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/publikationen,
Suchbegriff: "Erzieherische Hilfe".

Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Dorothee von Wahl,
Telefon: (0611) 75-8167,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Originaltext: Statistisches Bundesamt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/32102
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Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
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