ots: Statistisches Bundesamt / 14% mehr Inobhutnahmen durch Jugendämter im ...
Donnerstag, 25. Juni 2009


Wiesbaden (ots) - Im Jahr 2008 haben die Jugendämter in
Deutschland 32 300 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das sind
rund 4 100 (+ 14,4%) mehr als 2007. Gegenüber dem Jahr 2005 beträgt
die Steigerung 26%. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis)
mit.

Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme der Jugendämter
zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die sich in einer akuten,
sie gefährdenden Situation befinden. Jugendämter nehmen Minderjährige
auf deren eigenen Wunsch oder auf Initiative Anderer (etwa der
Polizei oder Erzieher) in Obhut und bringen sie - meist für Stunden
oder einige Tage - in einer geeigneten Einrichtung unter, etwa in
einem Heim.

Bereits um die Jahrtausendwende hatte die Zahl der jährlichen
Inobhutnahmen bei über 31 000 gelegen, war dann aber bis 2005 auf 25
700 gesunken. Seitdem ist die Zahl wieder deutlich angewachsen.
Berücksichtigt man die rückläufige Zahl junger Menschen in der
Bevölkerung, zeigt sich gegenüber dem Jahr 2000 auch eine gestiegene
Intensität der Inobhutnahmen: Im Jahr 2000 wurden 20 von 10 000
Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in Obhut genommen, im Jahr
2008 waren es 23 von 10 000.

Insbesondere in der Altersstruktur der in Obhut genommenen Kinder
hat es erhebliche Veränderungen gegeben. Der Anteil der unter
Dreijährigen an allen in Obhut genommenen Minderjährigen hat sich von
5% im Jahr 2000 auf 10% im Jahr 2008 verdoppelt. Bei den Drei- bis
Achtjährigen stieg der Anteil im gleichen Zeitraum von 9 auf 14%. Im
Jahr 2000 wurden, wiederum auf die Bevölkerung bezogen, 6 von 10 000
Kindern unter neun Jahren in Obhut genommen, im Jahr 2008 waren es
dagegen 12 von 10 000. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die
Jugendämter verstärkt den Schutz jüngerer Kinder im Blick haben.

Der mit Abstand meistgenannte Anlass für die Inobhutnahme war die
Überforderung der Eltern (in 44% aller Fälle). Bei 7 700 Kindern und
Jugendlichen oder 24% der Fälle waren Vernachlässigung
beziehungsweise Anzeichen für Misshandlung oder für sexuellen
Missbrauch festgestellt worden.

Weitere kostenlose Informationen gibt es im Publikationsservice
des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/publikationen,
Suchwort "Inobhutnahmen".

Weitere Auskünfte gibt:
Zweigstelle Bonn,
Dorothee von Wahl,
Telefon: (0611) 75-8167,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können

Originaltext: Statistisches Bundesamt
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Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Telefon: (0611) 75-3444
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