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München (ddp). Das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft
Deutschlands hat sich im April erneut kräftig verbessert. Wie das
Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag in München
mitteilte, stieg der Geschäftsklimaindex auf 101,6 Punkte. Das ist
das höchste Niveau seit Juni 2008. Volkswirte hatten für April eine
Zunahme auf 98,9 Punkte erwartet. Der Aufwärtstrend hält damit seit
März 2009 fast ununterbrochen an. Nur im Februar war der Index
witterungsbedingt gesunken.
Die Unternehmen seien mit ihrer momentanen Geschäftssituation
erheblich zufriedener als bislang, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner
Sinn. Auch hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufs in den
nächsten sechs Monaten seien die Befragungsteilnehmer erneut
optimistischer als im Vormonat. «Die deutsche Wirtschaft schaltet
einen Gang höher», sagte Sinn. Der monatlich unter rund 7000
Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex ist das wichtigste
Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.
Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger sprach von einer «kräftigen
Frühjahrsbelebung». Von einem Durchbruch würde er noch nicht
sprechen, weil weiterhin Risiken bestünden. «Aber es ist sehr
positiv», sagte er. Die Risiken lägen vor allem darin, dass noch
keine Klarheit bestehe, wann und in welchem Umfang die Politik ihre
Stabilisierungsmaßnahmen zurückfahren und wie sie die Konsolidierung
gestalten werde. «Daraus könnten sich noch dämpfende Wirkungen
ergeben», sagte der Ifo-Experte.
Aus der Sicht von Bankvolkswirten spricht der Anstieg für eine
kräftige Wachstumserholung im ersten Halbjahr. Alexander Krüger vom
Bankhaus Lampe sagte: «Die Ifo-Befragung stützt unsere Erwartung,
dass die Wirtschaft im Sommerhalbjahr in die Wachstumsspur
zurückfinden wird. Diese Sicht untermauern auch andere wichtige
Klimaindikatoren wie Einkaufsmanagerindizes und ZEW-Indizes sowie die
Auftragslage.»
ING-Volkswirt Carsten Brzeski sagte, die Ifo-Zahlen seien ein
weiterer Anhaltspunkt dafür, dass die Konjunkturschwäche um den
Jahreswechsel herum nur eine vorübergehende Schwäche gewesen sei. «In
Sachen Wirtschaftswachstum könnte das erste Quartal noch mal
enttäuschend gewesen sein, obwohl immer noch eine gewisse Chance auf
ein moderates Wachstum besteht», sagte Brzeski.«
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte am Freitag
in einer Regierungserklärung zur Wirtschaftspolitik im Bundestag,
Deutschland sei gut aufgestellt. Die Wirtschaft wachse wieder, im
laufenden Jahr um 1,4 und im kommenden Jahr um 1,6 Prozent.
«Deutschland ist nachhaltig zurück auf Wachstumskurs», sagte
Brüderle. Allerdings gehe der Großteil des Wachstums 2010 auf die
staatlichen Stabilisierungs- und Unterstützungsmaßnahmen zurück.
Notwendig sei jedoch die Rückkehr zu einem selbsttragenden,
nachhaltigen Wachstumsprozess, der nicht auf den Staat zähle, sondern
auf Marktkräfte und Eigeninitiative vertraue.
(ddp)
Interessante und verwandte Meldungen: Angesichts der europäischen Finanzkrise fordern SPD und FDP auch
Konsequenzen für die Rating-Agenturen. Der Vize-Sprecher der
parlamentarischen Linken in der SPD, Carsten Sieling, sagte, das
Schicksal ganzer Länder und letztlich ... Die Bundes regierung berät am Dienstag über weitere Maßnahmen
gegen eine drohende Kreditklemme. Der Lenkungsausschuss des
Wirtschaftsfonds Deutschland habe das Thema auf der Tagesordnung,
sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Montag ... Der Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hält
gegenwärtig nichts von weiteren staatlichen Konjunkturhilfen. «Erst
einmal müssen die bisherigen Konjunkturpakete im Inland und Ausland
ihre Wirkung entfalten, dies beginnt erst ... Auch bei anziehender Konjunktur rechnen Wirtschaftsexperten mit
einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen in Hessen. «Besonders in der
Industrie gibt es noch immer zu viele Arbeitsplätze», sagte der
Geschäftsführer der Vereinigung ... Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr stärker
eingebrochen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt sank gegenüber
2008 um 5,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in
Wiesbaden mitteilte. Experten hatten ... Führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für den Euroraum
eine weiter schwache konjunkturelle Dynamik. Für dieses Jahr
erwarten sie einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,9
Prozent und um 1,3 Prozent im kommenden ...
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