Studie: Schwellenländer kamen besser durch die Krise
Freitag, 23. April 2010
Studie: Schwellenländer kamen besser durch die Krise

Gütersloh (ddp). Die meisten Schwellenländer sind mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/2009 besser zurechtgekommen als Deutschland und andere Industriestaaten. Zu diesem Fazit gelangt eine am Freitag veröffentlichte vergleichende Untersuchung der Bertelsmann Stiftung über das Krisenmanagement in 14 Staaten.

Als Vorteil habe sich für die Schwellenländer erwiesen, so die Gütersloher Stiftung, dass sie aus früheren Wirtschaftskrisen die richtigen Lehren gezogen hätten und daher besser vorbereitet gewesen seien. Sie hätten systematisch ihre Haushalte konsolidiert und institutionelle Reformen der Finanzmärkte und des Bankenwesens durchgesetzt. Eine solide Finanzlage habe ihren Regierungen daher im Herbst 2008 ausreichend Handlungsspielraum für Konjunkturmaßnahmen gegeben und so dafür gesorgt, dass die Staatsverschuldung nicht ausuferte.

«Als Folge konnten sich die Schwellenländer inzwischen im internationalen Wettbewerb einen strategischen Vorteil erarbeiten», sagte Sabine Donner, Projektleiterin der Bertelsmann Stiftung. Im Jahr zwei nach dem Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise seien es aufstrebende Volkswirtschaften wie China, Indien oder Brasilien, die derzeit die Weltkonjunktur beleben. Die Folgen der Krise unterstrichen daher den Aufstieg einer Reihe von großen Schwellenländern und den relativen Niedergang westlicher Ökonomien.

Laut Studie ist Deutschland dank der sozialen Marktwirtschaft vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Die sozialen Sicherungssysteme hätten stabilisierend gewirkt und geholfen, die Krisenfolgen abzufedern.

(ddp)

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