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Berlin (ddp). Das Zahlungsverhalten deutscher Unternehmen und
Privathaushalte hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert.
Nach der am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Frühjahrsumfrage
des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) drückt die
Rezession weiterhin die Zahlungsmoral.
Laut BDIU gaben 48 Prozent der befragten Branchenunternehmen an,
dass Kunden Rechnungen schlechter bezahlten als noch vor sechs
Monaten. Für 47 Prozent habe sich das Zahlungsverhalten nicht
verändert, und fünf Prozent seien der Meinung gewesen, dass sich das
Zahlungsverhalten gebessert hat.
BDIU-Präsident Wolfgang Spitz sagte, dass immer mehr Firmen in
Zahlungsschwierigkeiten gerieten, weil sie fest eingeplante Aufträge
nicht erhalten hätten oder bereits ausgeführte Aufträge nicht bezahlt
worden seien. Wegen der anhaltenden Liquiditätsprobleme rechnet der
BDIU in diesem Jahr mit einem Anstieg der Zahl der
Unternehmensinsolvenzen von 32 687 im vergangenen Jahr auf bis zu 36
000. Besonders von der schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden
betroffen sind laut Umfrage das Baugewerbe, die
Dienstleistungsbranche und das Handwerk.
Laut BDIU hat auch die Rechnungstreue der öffentlichen Hand weiter
nachgelassen. Gründe seien der teilweise dramatische Rückgang der
Gewerbesteuereinnahmen und die gleichzeitig deutlichen
Kostensteigerungen im Sozialbereich. Gleichzeitig hätten die Kommunen
Außenstände von mindestens zwölf Milliarden Euro, sagte Spitz.
Bei Verbrauchern seien in erster Linie Überschuldung sowie
Arbeitslosigkeit die Gründe für ausbleibende Zahlungen. Insgesamt
habe sich die Krise für die Verbraucher und deren Zahlungsverhalten
wegen der nur gering gestiegenen Arbeitslosigkeit aber weniger stark
ausgewirkt als befürchtet, so der Verband. Aufgrund der hohen
Überschuldung würden die Verbraucherinsolvenzen dennoch weiter
steigen. Der BDIU erwartet in diesem Jahr 105 000 Fälle - nach 101
102 im Vorjahr.
(ddp)
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