Finanzministerium sieht Hinweise für konjunkturelle Bodenbildung
Montag, 22. Juni 2009

Berlin (ddp). Das Bundesfinanzministerium sieht Anzeichen für eine konjunkturelle Bodenbildung im weiteren Jahresverlauf in der deutschen Wirtschaft. Die Schwächephase werde jedoch zunächst anhalten, heißt es in dem am Montag in Berlin veröffentlichten Monatsbericht. Die jüngsten Umfrageergebnisse signalisierten allerdings, dass sowohl Unternehmen als auch private Haushalte die wirtschaftlichen Perspektiven zunehmend weniger pessimistisch beurteilten.

Im zweiten Quartal setze sich der Abwärtstrend noch fort, wenn auch mit vermindertem Tempo. Vor allem die Industrie dürfte laut Ministerium im zweiten Quartal weiter schwächeln. Vorlaufende Indikatoren deuteten auf eine Stabilisierung der industriellen Aktivität erst im weiteren Jahresverlauf.

Am stärksten dämpfe der Außenbeitrag. Eine wichtige Voraussetzung für eine breitangelegte und durchgreifende Verbesserung wären aus Sicht des Ministeriums deshalb neue Impulse von der außenwirtschaftlichen Seite. «Die sind allerdings nicht vor 2010 zu erwarten», schreiben die Konjunkturexperten. Die neuesten Umfragedaten deuteten lediglich auf eine leichte Erholung beim Export in den kommenden Monaten.

Konjunkturell stabilisierend dürften nach Einschätzung des Ministeriums in den kommenden Monaten der Bausektor sowie der private Konsum wirken. Die nach wie vor moderate Preisentwicklung stütze die Kaufkraft der privaten Haushalte.

Die Auswirkungen der Rezession auf den Arbeitsmarkt seien noch moderat. Die von der Regierung eingesetzten arbeitsmarktpolitischen Instrumente wirkten entlastend. «Im Jahresverlauf ist dennoch bei nur allmählicher Stabilisierung der Wirtschaftsleistung mit einer fortschreitenden Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen», heißt es.

ddp.djn/rab/mwo

 
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