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Berlin (ddp). Die Finanzkrise Griechenlands droht den gesamten
Euro-Raum in eine Krise zu stürzen. Die Ratingagentur Standard &
Poor´s (S&P) senkte am Mittwoch ihre Bonitätseinschätzung auch für
Spanien, nachdem sie einen Tag zuvor bereits Griechenlands und
Portugals Bonität abgestuft hatte. Zudem wurde bekannt, dass der
griechische Finanzbedarf noch höher sein dürfte als bislang bekannt.
Der Euro sackte auf ein Jahrestief ab. Die Bundesregierung hofft nun
auf eine Einigung für Hilfen an Griechenland Anfang Mai.
Mit der Absenkung des Langfrist-Ratings Spaniens dürften sich die
Refinanzierungskosten des hoch verschuldeten Landes weiter erhöhen.
Der Euro fiel daraufhin bis 17.30 Uhr auf 1,3116 US-Dollar, dem
tiefsten Stand seit Ende April 2009. Neben der Abstufung Spaniens
sorgten auch Meldungen über griechischen Finanzbedarf für Unruhe.
Nach einem Krisentreffen der Bundesregierung mit den Spitzen des
Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank
sagte ein Teilnehmer, das Hilfspaket für Griechenland könne über drei
Jahre ein Volumen von rund 120 Milliarden Euro haben.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) schloss in Sao Paulo
eine solche Summe nicht aus. Er verwies darauf, dass die Hilfsaktion
auf drei Jahre angelegt sei. Die bisher vorgesehenen 15 Milliarden
Euro vom IWF und 30 Milliarden Euro aus der Europäischen Union seien
auf ein Jahr bezogen. «Wenn man das auf drei Jahre bezieht, hat man
natürlich eine Zahl mit dem Faktor drei», sagte Brüderle.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bemühte sich derweil um den
Kurs für das Rettungspaket Griechenlands. Deutschland stehe zu seinen
europäischen Verpflichtungen bei der Bewältigung der
Griechenland-Krise, denn es gehe letztlich um die Stabilität des
Euro-Raumes, sagte Merkel nach einem Treffen mit IWF-Chef Dominique
Strauss-Kahn in Berlin. Allerdings mache Deutschland seine
Entscheidungen vom Ergebnis der Verhandlungen der griechischen
Regierung mit den internationalen Finanzinstitutionen abhängig, fügte
Merkel hinzu. Voraussetzung für eine massive Finanzhilfe sei ein
ambitioniertes Programm Griechenlands, um das Vertrauen der Märkte
zurückzugewinnen.
Strauss-Kahn rechnet mit einem zügigen Abschluss dieser Gespräche
mit Athen. Schließlich würden angesichts der Probleme «schnelle
Entscheidungen» gebraucht. Zudem gehe es nicht allein um
Griechenland, sondern um die gesamte Euro-Zone. Auf die Frage, ob der
IWF mit der Rückzahlung der Hilfsgelder rechnet, sagte Strauss-Kahn:
«Es gibt kein IWF-Programm, das in der Vergangenheit nicht
zurückgezahlt worden wäre.»
Auch die EU-Kommission erwartet, dass das milliardenschwere
Rettungspaket für Griechenland in den nächsten Tagen fertiggestellt
sein wird. «Die Kommission macht bei den Gesprächen zusammen mit dem
Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und den
griechischen Regierungsbehörden solide und schnelle Fortschritte»,
sagte ein Sprecher der EU-Behörde in Brüssel. Der Finanzbedarf
Griechenlands werde rechtzeitig gedeckt.
Ein Zahlungsausfall oder eine Restrukturierung der griechischen
Schulden sei hingegen keine Option, betonte der Sprecher. Dies sei
von den 16 Euro-Ländern so beschlossen worden. Die Möglichkeit eines
Zahlungsausfalls sei bei den Treffen zwischen dem Währungsfonds, der
Europäischen Zentralbank, der EU und den griechischen Behörden nicht
einmal diskutiert worden.
(ddp)
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