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Dienstag, 28. Juli 2009


Köln (ots) - Der Finanzexperte Prof. Ulrich van Suntum hält nichts
vom Plan des Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, die Banken zur
Kreditvergabe an Unternehmen notfalls zu zwingen: "Das funktioniert
nicht." Statt Zwang setzt der Direktor des Centrums für angewandte
Wirtschaftsforschung der Universität Münster auf spezielle
"Konjunkturkredite", deren Zinssatz an das Wirtschaftswachstum
gekoppelt ist.

Das Kernproblem der Kreditklemme ist die fehlende Liquidität der
Unternehmen. Die Banken parken das Geld bei den Zentralbanken, weil
sie Angst haben, Kredite an die Wirtschaft zu geben. Obwohl die
Zentralbankzinsen historisch niedrig sind, bleiben
Unternehmenskredite teuer und sind schwer zu erhalten.

Wichtig wäre, die Unternehmen von dem Illiquiditätsrisiko zu
entlasten, ohne ihnen damit das normale unternehmerische Risiko
abzunehmen. Van Suntums Vorschlag: spezielle Konjunkturkredite, deren
Zinssatz an das Wirtschaftswachstum und den langfristigen Realzins
gekoppelt ist. In wirtschaftlichen Schwächezeiten läge dieser Zins
unter den normalen Kreditkonditionen, in Boomphasen darüber.

Van Suntum: "In der aktuellen Krise würde den Unternehmen sogar
ein Negativzins von derzeit etwa 2% ausgezahlt werden, statt sie wie
derzeit mit zirka 6% belasten." Die Zentralbank müsste hierzu eine
entsprechend günstige Refinanzierung anbieten. Das verringere zwar
künftige Zentralbankgewinne und belaste indirekt auch die
öffentlichen Haushalte: "Dieses Keynes 2.0 Modell ist ungleich
billiger als schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme". Die aktuellen
Konjunkturprogramme bekämpfen nur die Symptome und nicht die Ursachen
der Krise.

Der gesamte Beitrag ist heute erschienen im ÖkonomenBlog der
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). In ihm
veröffentlichen renommierte Autoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und
Politik kurze Beiträge zu aktuellen ökonomischen Fragestellungen:
www.oekonomenblog.de

Originaltext: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)
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