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Dienstag, 26. Januar 2010


Frankfurt (ots) - Leuschel sagt einen Crash der Anleihenmärkte und
eine weltweite Rezession von zehn Jahren vorher / US-Notenbankchef
Ben Bernanke "für das zukünftige Chaos verantwortlich"

In einem Interview mit dem Anlegermagazin 'Börse Online' (Heft
5/2010, EVT 28. Januar) kritisiert der als Crash-Prophet bekannt
gewordene Roland Leuschel den derzeit zur Wiederwahl stehenden
US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke scharf. Wie Bernanke seien zuvor
schon Hitler und Stalin vom "Time Magzine" zum Mann des Jahres gekürt
worden. Beide hätten "ein ziemliches Chaos angerichtet". Irgendwann
werde man sagen, "Bernanke war verantwortlich für das Chaos, das wir
demnächst sehen werden", mahnte Leuschel. Bernanke müsse die Zinsen
"drastisch erhöhen", um die ausufernde Geldmenge zu verkleinern. Weil
die Politik von der Finanzlobby beherrscht werde, sei das jedoch
nicht durchsetzbar. So mutige Leute wie Bernankes Vorgänger Paul
Volcker, der die Zinsen Anfang der 1980er-Jahre um 18 Prozent erhöht
hat, gebe es nicht mehr.

Laut Leuschel gehe die Welt aus diesem Grund "mit großer
Wahrscheinlichkeit auf einen Anleihencrash zu". Es könne noch ein bis
zwei Jahre dauern. "Aber ich befürchte, es geht schneller, als wir
glauben." Leuschel begründet seine Sorge mit der "drastisch erhöhten
Staatsverschuldung". Das Haushaltsdefizit der USA sei "gigantisch".
Wegen der "unverantwortlichen Politik der Notenbanken", die Geld in
die Märkte pumpten, rechnet Leuschel mit steigenden
Inflationserwartungen und auf dem Rentenmarkt mit steigenden Zinsen.
Im Zuge des Anleihencrashs rechnet der Experte mit einem Aufschlag
von fünf Prozent auf die Bondrenditen. Das entspreche dem Niveau des
Anleihencrashs von 1993, als die Kurse um ein Drittel einbrachen. In
den USA rechnet Leuschel mit einer Inflation von zehn Prozent und in
Europa mit einer Teuerungsrate von fünf Prozent.

Da sich die Staaten in Folge des Anleihencrashs keine Schulden
mehr leisten können, werde in Zukunft "dramatisch gespart". In Folge
werde es "zu Massenprotesten und sozialen Unruhen kommen", so seine
Befürchtung im 'Börse Online'-Interview. Leuschel rechnet mit einer
weltweiten Rezession von zehn Jahren. Er selbst hat 70 Prozent seines
liquiden Vermögens in physisches Gold und Silber investiert. Auch für
Aktien ist Leuschel skeptisch. Zum Jahresende sieht er den DAX bei
4000 bis 4500 Punkten.

Originaltext: Börse Online, G+J Wirtschaftsmedien
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Pressekontakt:
Erich Gerbl, Ressort Geld, G+J Wirtschaftsmedien
Tel.: 069/153097-743,
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