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Frankfurt am Main (ots) - Auf neue Produkte und Verfahren setzt
die deutsche chemische Industrie, um sich Wettbewerbsvorteile für den
nächsten Aufschwung zu verschaffen. Sie wird deshalb die
Erfolgsfaktoren Innovation und Partnerschaft ausbauen und sich so in
der Krise eine gute Startposition sichern. "Die Zusammenarbeit der
Branchen in der Produktentwicklung wird intensiver und enger, die
Zahl der Innovationsallianzen nimmt zu", sagte Dr. Andreas Kreimeyer,
Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung im
Verband der Chemischen Industrie (VCI) vor der Presse in Frankfurt.
Dabei kooperierten nicht nur kleine, mittelständische und große
Unternehmen erfolgreich miteinander. Auch die Zusammenarbeit zwischen
Wissenschaft und Industrie werde wichtiger. Rund ein Drittel der
Chemieunternehmen arbeiten bereits eng mit Hochschulen und
außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen.
Da der internationale Wettbewerbsdruck auf den Innovationsstandort
Deutschland vor allem aus Asien steige, müssten nach Ansicht
Kreimeyers bessere Rahmenbedingungen und Anreize für Forschung und
Entwicklung in Deutschland geschaffen werden. Er warb deshalb dafür,
die steuerliche Forschungsförderung zügig einzuführen: "Ein solches
Instrument honoriert die Innovationsanstrengungen der Industrie und
bietet forschenden Unternehmen mehr Chancen für Innovationen." Zumal
dieses Instrument in anderen Staaten kräftig genutzt werde. In
Frank-reich beispielsweise habe das gesamte Innovationssystem der
Wirtschaft durch die neu eingeführte steuerliche FuE-Förderung starke
Impulse erfahren und die Wachstumskräfte spürbar mobilisiert.
Kreimeyer sprach sich dafür aus, dass alle forschenden Unternehmen
mindestens 10 Prozent ihrer gesamten FuE-Aufwendungen von ihrer
Steuerschuld abziehen dürfen. Schreibt das Unternehmen Verluste,
sollte es eine entsprechende Steuergutschrift ausgezahlt bekommen.
Für die steuerliche FuE-Förderung muss Deutschland ein ähnlich hohes
Volumen wie die französischen Nachbarn zur Verfügung stellen - rund
vier Milliarden Euro.
Damit sich die Chemieindustrie im internationalen Wettbewerb
nachhaltig behaupten könne, brauche Deutschland die weltweit besten
Rahmenbedingungen. "Denn nur wer besser und schneller ist, kann im
globalen Wettbewerb bestehen", sagte Kreimeyer. "Deshalb dürfen keine
neuen Innovationshemmnisse aufgebaut werden, indem man beispielsweise
spezielle Gesetze für die Nanotechnologie einführt."
Der Vorsitzende des VCI-Forschungsausschusses forderte außerdem,
dass die Universitäten und Forschungsinstitute international
wettbewerbsfähig finanziert werden müssten. "Denn Innovationen können
nur mit Hilfe gut ausgebildeter Menschen entstehen. Die
Forschungseinrichtungen müssen zudem ausreichende Freiräume erhalten,
etwa bei der Berufung von Spitzenwissenschaftlern. Nur so können die
Hochschulen international wettbewerbsfähig bleiben."
Originaltext: Verband der Chemischen Industrie e.V.
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