Im Angesicht der Finanzkrise: Die Einstellung der Deutschen zur Altersvorsorge
Mittwoch, 3. Juni 2009

Im Angesicht der Finanzkrise: Die Einstellung der Deutschen zur Altersvorsorge

Viele Menschen haben Angst um ihr Geld bekommen angesichts der immer noch fortwährenden Krise der Finanzwirtschaft. Und dies hat auch dazu geführt, dass viele Anleger das Vertrauen in Geldanlagen verloren haben – leider auch in Bezug auf die Private Altersvorsorge. Wie wichtig diese jedoch ist angesichts der wachsenden Unsicherheit der staatlichen Rente, sollte man sich jedoch immer wieder klar machen.


Um heraus zu finden, wie derzeit die Einstellungen zur Altersvorsorge in Deutschland sind, hat das Deutsche Institut für Altersvorsorge eine DIA-Deutschland-Trend-Vorsorge durchgeführt. Und dabei zeigt sich, dass immer mehr Menschen das Vertrauen auch in die staatliche Altersvorsorge, sprich in die gesetzliche Rente, verlieren. Während noch im März dieses Jahres der Prozent der hierzu Befragten bei „nur“ 50 Prozent lag, stieg die Anzahl der Zweifler an der Sicherheit der gesetzlichen Rente im April 2009 bereits auf 56 Prozent an.


Noch erschreckender ist jedoch die Tatsache, das 18 Prozent der Befragten, immerhin fast ein Fünftel, bei der Erhebung der Studie angaben, Geld im Zuge der Finanzkrise verloren zu haben. Die Zahl der betroffenen Anleger scheint also höher zu sein, als manche veröffentlichten Zahlen wie die der - inzwischen verstaatlichten – isländischen Kaupthing Bank oder der Verluste mittels der nunmehr wertlos Zertifikate der Lehman Brothers vermuten lassen. Auch gaben 16 Prozent der in der DIA- Deutschland-Trend-Vorsorge an, aufgrund der Krise weniger Einkommen zu haben. Zwar gaben bei der letzten Erhebung nur noch sechs Prozent der Befragten an, arbeitslos geworden zu sein aufgrund der Krise, dafür stieg die Anzahl der Kurzarbeiter im Mai von vier Prozent auf fünf Prozent.


Auch die Vorsicht in Bezug auf die Private Altersvorsorge stieg an. Während im März 2009 noch 24 Prozent der Befragten angaben, den Abschluss eines Altersvorsorgevertrages aufzuschieben, waren dies im April dieses Jahres bereits 27 Prozent.


Die Angst um die Sicherheit der gesetzlichen Rente geht wie gehabt weiter. Rund drei Viertel der Befragten der DIA-Studie rechnen mit einem reduzierten Lebensstandard im Alter, hier zeigt sich kein Trend zur Verbesserung des Glaubens an die staatliche Rente. Deshalb wollen 23 Prozent der Studienteilnehmer auch mehr für ihre Altersvorsorge tun – im Vormonat, dem März 2009, lag der Prozentanteil hier um drei Prozent niedriger, ein Fünftel der Befragten also.


Die vierte „DIA-Deutschland-Trend-Vorsorge“ zeigt also eines ganz klar: Die Finanzkrise und die dadurch gebeutelte Wirtschaft haben die Menschen in unserem Lande viel Vertrauen genommen in Bezug auf eine finanzielle Vorsorge. Nach Aussage von DIA, dem Deutschen Institut für Altersvorsorge wurden für die vierte Studie dieser Art in der Zeit zwischen dem 23. und 28. April 2009 1.068 Erwerbstätige im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.


Bei dieser Studie von DIA kristallisieren sich zwei Punkte klar und deutlich heraus: Die Sorge um die Sicherheit der gesetzlichen Rente nimmt immer mehr zu. Die Sicht für die Notwendigkeit einer Privaten Altersvorsorge wird immer klarer und der Blick dafür immer mehr geschärft.


Zwar machen sich immer mehr der Befragten, 34 Prozent, Sorgen um ihre bestehende Private Altersvorsorge angesichts der Finanzkrise, immerhin vier Prozent mehr als noch im März 2009, dennoch sind dies 22 Prozent weniger Besorgte als bei der Gesetzlichen Rente. Der Trend wird also mehr und mehr in Richtung Private Altersvorsorge gehen. Welche der zahlreichen Möglichkeiten, Riester Rente, Rürup Rente, der Kauf von Immobilien oder andere Geldanlagenformen wie zum Beispiel die Kapitallebensversicherung, dafür genutzt werden, ist dabei nicht der springende Frage-Punkt. Wichtig ist, dass jeder Einzelne Vorsorge auf privater Basis betreibt und sich eben nicht auf die gesetzliche Rente verlässt. Denn längst stimmen die Worte von Norbert Blüm nicht mehr für die Renten aus der Gesetzlichen Rentenversicherung: „Die Rente ist sicher!“, und jeder muss seine eigene Art und Weise der Privaten Altersvorsorge betreiben, um später noch den Standard halten zu können, an den er sich jetzt gewöhnt hat.


 
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