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Banken lassen EZB Zinspolitik ins Leere laufen
Eigentlich waren die von der Europäischen Zentralbank durchgeführten Zinssenkungen als Mittel zur Konjunkturförderung gedacht. Wenn sich die Banken bei der EZB günstiger refinanzieren können, wäre es auch möglich, die Kredite preiswerter weitergeben zu können. Als Zielgruppe fassten die verantwortlichen Manager der EZB vor allem die gewerblichen Kunden ins Auge, die angesichts der Wirtschaftskrise die flüssigen Mittel dringend zu günstigen Konditionen brauchen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten und dringend benötigte Arbeitsplätze sichern zu können.
Doch Pustekuchen, die Banken halten an ihren hohen Zinssätzen vor allem für gewerbliche Kredite fest. Sie sind der Überzeugung, dort ein hohes Risiko einzugehen, was sie sich natürlich auch entsprechend bezahlen lassen. Die von der EZB durchgeführte Senkung der Leitzinsen wirkte sich bisher lediglich bei den privaten Immobilienkrediten positiv aus. Hier wurden die Zinsen für die Kredite mit variablen Zinsen beispielsweise von der Sparkasse um mehr als zwei Prozent gesenkt. Aber was nutzt das der Wirtschaft?
Auch die nicht sachlich besicherten Konsumkredite sind nach wie vor sehr teuer. Das hat fatale Folgen für die angeschlagene Wirtschaft. Würden die Banken hier günstigere Konditionen anbieten, gäbe das einen entscheidenden Impuls für die Nachfrage und die Unternehmen würden über die ganz normalen Markmechanismen gefördert. Schaut man sich das Zinsniveau für die Dispositionsrahmen der Konten an, präsentiert sich ein noch katastrophaleres Bild. Wer nimmt schon einen Dispo für Konsumzwecke in Anspruch, wenn er dafür zwölf Prozent und mehr Zinsen zahlen muss?
Kämen die Banken endlich auf die Idee, ihre Zinsen an die Entwicklungen bei den Leitzinsen anzupassen und die Bedingungen bei der Vergabe von Krediten an langjährig treue und brav zahlende Kunden zu erleichtern, würden auch viele Interessenten mehr die Gunst der Stunde nutzen und sich mit Hilfe der Abwrackprämie von ihren alten Fahrzeug trennen. So werden bei vielen Banken für die Lebenshaltungskosten eines aus zwei Personen bestehenden Haushaltes vierstellige Summen (ohne Mietanteil) angesetzt.
Vor allem allein erziehende Elternteile haben hier bei der Kredit-vergabe das Nachsehen, obwohl gerade sie es wären, bei denen die Darlehen vollständig durch dringend notwendige Neuanschaffungen von Mobiliar oder elektrischen Geräten in den Konsum fließen und die Nachfrage auf dem Binnenmarkt stärken würden. Im Vergleich dazu werden der gleichen Haushaltskonstellation bei Hartz IV gerade einmal zwischen 550 und 600 Euro zugestanden.
Hier sollte Seitens der Banken schnellstens die Möglichkeit geschaffen werden, bei der Bonitätsprüfung im Rahmen eines Kreditantrages die individuelle Lebenssituation zu berücksichtigen. Das ist leicht möglich, weil die meisten Menschen trotz allen zur Verfügung stehenden Vergleichsmöglichkeiten noch immer die Hausbank zuerst ansprechen. Und die hat immer die Möglichkeit, die Kontenbewegungen von mehreren Jahren zu prüfen, um sich einen Überblick über die tatsächlich zur Lebenshaltung eingesetzten Gelder zu verschaffen.
Im Fazit bleibt hier zu sagen, dass die durch das erste Konjunkturpaket auf Kosten der Steuerzahler geretteten Banken nicht bereit sind, einen angemessenen Beitrag zur Konjunkturförderung zu leisten und damit ein Stück der ihnen in schwierigen Zeiten zuteil gewordenen Hilfen zurück zu geben. Im Gegenteil, die derzeitige Zinspolitik der meisten Banken kann eigentlich nur als Sabotage der Bemühungen von Regierung und EZB um die Ankurbelung der Konjunktur mit den üblichen Finanzmarktmitteln bezeichnet werden.
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