Banken senken Zinssätze für Festgeldkonten und Tagesgeldkonten
Donnerstag, 16. April 2009

Sparer sind die Verlierer der Finanzkrise

Die weltweite Wirtschaftskrise macht vor niemandem Halt. Zuerst bekamen es die Aktionäre zu spüren, daran brach die Autoindustrie ein und nun müssen auch Sparer und Anleger mit den negativen Auswirkungen zurecht kommen. Zum 01.04.09 haben zahlreiche Banken die Zinsen für Tagesgeldkonten und Festgeldkonten auf ein Minimum herabgesetzt.


Zu beginn der Finanzkrise hatten Sparer den Vorteil, dass die Banken dringend Geld brauchten und deswegen recht passable Zinsen auf die Einlagen bezahlt haben. Doch nun, wo sich die Lage auf den Kapitalmärkten wieder beruhigt, brechen für Sparer unangenehme Zeiten an. Dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen gesenkt hat, hat auch viele Banken zu einem Umdenken bewegt. Fast jedes Kreditinstitut hat die Zinsen, die man auf Tagesgeld und Festgeld erhält, drastisch reduziert.

Mehr als 30 Banken ziehen mit

In den letzten drei Wochen haben gesamt mehr als 30 Banken und Kreditinstitute die Zinsen gesenkt. So wurden die Zinsen, die man auf das Tagesgeld erhält, um bis zu 1,6 Prozentpunkte gesenkt. Vor allem die Volkswagen Bank, die bislang einen Zinssatz in Höhe von 4% für Guthaben bis 30.000 € auf das Tagesgeld garantiert hat, hat die Konditionen für Anleger verschlechtert. Das Konto "Plus Konto Top Zins" wurde zum "Plus Konto" und die Zinsen sind auf magere 2,5% gesunken. Ebenfalls nachziehen möchte die ING DiBa, welche bisher noch bis zum 30. April 4% Zinsen bietet, danach aber nur noch 2,5%


Mit die höchsten Zinsen wird man noch bei der Bank of Scotland erzielen können, wobei aber auch hier der Tagesgeldzins von 4,5% auf 3,8% gesunken ist. Bei einzelnen Banken sind die Tagesgeldzinsen sogar um bis zu mehrere Prozent gesunken. Bei einer Laufzeit von einem Jahr kann man bei Tagesgeld- und Festgeldkonten nur noch mit einem Zinssatz von rund 2% rechnen. Wem das zu wenig ist, der muss lange suchen, um Angebote zu finden, die sich jenseits der 4% befinden. Da es sich hierbei meistens um unbekannte Anbieter handelt oder das Angebot nur für Neukunden gültig ist, ist die Suche nicht gerade leicht. Viele Banken versuchen außerdem, ihre Kunden übers Ohr zu hauen. Bei der Direktbank der Frankfurter Sparkasse, der 1822direkt, bekommt man nur noch 1,75% Zinsen, alle Aufschläge, die Kunden versprochen wurden, die einen Wechsel in Betracht zogen, wurden gestrichen. Um Kunden zu verwirren, gibt es ab sofort einen Zinssatz von 3,25% - dieser gilt aber nur für neue Kunden oder alte Kunden, die ihr Tagesgeld- oder Festgeldkonto aufstocken.


Laufzeiten werden zur Nebensache

Mittlerweile macht es kaum mehr einen Unterschied, ob man sich als Sparer auf eine Laufzeit von einem Monat oder einem Jahr festlegt. Die niederländische DHB Bank sowie die Karstadt-Quelle-Versicherung garantieren bei einer Laufzeit von einem Monat 3,5% Zinsen. Bindet man sich länger, zum Beispiel für ein Jahr, kann man mit nicht wesentlich höheren Zinsen rechnen. Als Sparer muss man also umdenken und flexibler werden.


Trotz der Tatsache, dass die Wirtschaftskrise negative Auswirkungen auf Sparer hat, hat die Sache auch ein Gutes. Wenn man sein Girokonto überzieht, musste man bislang immens hohe Zinsen bezahlen. Laut Zählung der FHM haben ein Dutzend Banken ihre Dispo-Zinsen jetzt gesenkt. Bessere Konditionen erhält man nun bei der Commerzbank (um 0,25 Punkte auf 13,2% gesenkt) oder beispielsweise bei der Frankfurter Sparkasse (um 0,5 Punkte auf 13,75%).


 
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