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Düsseldorf (ots) -
Ein jetzt vorgelegtes Positionspapier des früheren
Verwaltungsratvorsitzenden der Stadtsparkasse Düsseldorf beweist:
Joachim Erwin hat die Ermittlungen gegen Heinz-Martin Humme selbst
angestoßen, sie dann medienwirksam inszeniert und so im dritten
Schritt die Entlassung des Vorstandsvorsitzenden durchgesetzt.
Um die Bedeutung des Positionspapiers einschätzen zu können, muss
man sich die damaligen Geschehnisse nochmals vergegenwärtigen.
20. Februar 2008.: Der amtierende Vorstandsvorsitzende der
Stadtsparkasse Düsseldorf, Heinz-Martin Humme, erklärt dem
Hauptausschuß des Verwaltungsrats der Stadtsparkasse, dass er kein
Fernsehgerät als Geschenk angenommen hat. Der Hauptausschuss hat die
Aufgabe, die Geschäftsführung der Stadtsparkasse Düsseldorf zu
überwachen. Zeitgleich erklärt die Staatsanwaltschaft, dass kein
Ermittlungsverfahren wegen Bestechlichkeit aufgenommen wird.
Normalerweise wäre die Pooth-Affäre zu diesem Zeitpunkt für Martin
Humme wahrscheinlich zu Ende gewesen.
Jetzt geht Joachim Erwin in die Offensive: Er bezeichnet die
Aussagen Hummes vor dem Hauptausschuss und in der Presse als "bizarr"
und unglaubwürdig, verlangt eine juristisch unsinnige
"Eidesstattliche Versicherung", verbunden mit der Drohung, Humme bei
Nichtabgabe am nächsten Tag suspendieren zu lassen. Zudem übergibt
Erwin der Staatsanwaltschaft ein Positionspapier gegen Humme, das er
selbst verfasst hat. Er spielt Ermittler und Staatsanwalt zugleich,
um Humme zu belasten (Vgl. beiliegendes Positionspapier). Offen
bleibt dabei, woher Erwin die fragwürdigen "Zeugenaussagen" in seinem
Positionspapier nahm. Denn Zeugen treten normalerweise bei der
Polizei oder vor Gericht auf, nicht vor Verwaltungsratsvorsitzenden.
Aber Erwin geht noch weiter. Sein neuer Vorwurf: Humme habe gegenüber
der Stadtsparkasse untreu gehandelt, weil er Herrn Pooth nicht
"arrestieren" ließ.
Humme hierzu: "Zu diesem Zeitpunkt ging es offenbar nur noch
darum, mich zu schädigen. Scheinbar war es Erwin auch gleichgültig,
dass er gleichzeitig die Stadtsparkasse in ein fragwürdiges Licht
rückte. Anders kann ich mir nicht erklären, dass der
Verwaltungsrats-vorsitzende der Staatsanwaltschaft alles vorgelegt
hat, was damals scheinbar gegen mich sprach. Das Positionspapier
enthält keinerlei Hinweise, die zu meinen Gunsten sprechen. Als
Verwaltungsratsvorsitzender hätte Erwin aber die Sorgfalts-Pflicht
gehabt, alle Fakten auf den Tisch zu legen, auch diejenigen die für
mich sprachen und jetzt zu einer Einstellung der Ermittlungen mangels
Tatverdacht geführt haben. "
Die folgenden Ermittlungen gegen Humme wegen Untreue wurden dann
auch mit dem Positionspapier Erwins begründet: "Der Beschuldigte
Humme soll durch den Verwaltungsratsvorsitzenden ausweislich eines
vorliegenden Positionspapiers seit September 2007 mehrfach erfolglos
aufgefordert worden sein, aus den Sicherheiten vorzugehen."(Zitat:
Ermittlungsbeschluß des Amtsgerichts Düsseldorf vom 27.2.08)
Humme: "Diese Forderung Erwins war unsinnig und von mir nicht
durchführbar! Das Kredit-Engagement Pooth war bereits am 4. September
vom Gesamtvorstand zur Sanierung in die alleinige Zuständigkeit des
Vorstandes Eversmann gegeben worden. Außerdem wäre eine
Fälligstellung des Kredits und die Inanspruchnahme von Sicherheiten
für die Sparkasse zu Beginn von Sanierungsbemühungen und bei der
zeitgleichen Suche nach Investoren kontraproduktiv gewesen. Für die
Inszenierung meiner Suspendierung und anschließende Abberufung
reichte die unsinnige Forderung aber offenbar aus. Die Ermittlungen
der Staatsanwaltschaft sind dagegen für mich nachvollziehbar und
endeten ja auch mit dem bekannten Ergebnis."
Offen bleibt, wie Erwin überhaupt an die sensiblen Informationen
über das Pooth-Engagement gekommen ist. Denn einzelnen Kredite dieser
Größe werden nur in Ausnahmefällen im obersten Kreditgremium der
Stadtsparkasse, dem Kreditausschuss, berichtet. Und erst dann hätte
der damalige Verwaltungsratsvorsitzende Erwin Zugang zu den
Kreditdetails haben dürfen. Dies war aber erst Ende November 2007 der
Fall.
Moralisch verwerflich findet Humme, dass damals kein Politiker
seine Unschuld in Erwägung gezogen hat und die Nichtabgabe der
eidesstattlichen Versicherung sogar als ein Schuldeingeständnis
gesehen wurde. In seinem Fall vermutet er, ging es darum, ihn in
einer Welle der Empörung aus dem Amt zu entfernen, ganz gleich wie
die Fakten- und Rechtslage war.
Originaltext: HMH Consult GmbH
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