Deutsche Bank von Griechenland-Krise kaum betroffen
Dienstag, 27. April 2010
Deutsche Bank von Griechenland-Krise kaum betroffen

Frankfurt/Main (ddp). Die Deutsche Bank sieht die hohe Verschuldung Griechenlands bei der Beurteilung der eigenen Situation nicht als Grund zur Sorge. Das direkte Engagement der Bank in dem südosteuropäischen Land sei begrenzt, sagte Finanzvorstand Stefan Krause am Dienstag. Daher sei die Bank entsprechend gelassen.

Allerdings könnte sich die Bank ein Griechenland-Portfolio über die Postbank ins Haus holen. Die Bonner Bank, an der Deutschlands größtes Finanzinstitut derzeit mit knapp 30 Prozent beteiligt ist, hatte Ende Februar insgesamt drei Milliarden Euro in Staatsanleihen aus Griechenland, Irland, Spanien und Portugal investiert. Die Hälfte der Summe ist in drei Jahren zur Rückzahlung fällig. 1,3 Milliarden Euro entfallen allein auf griechische Staatsanleihen, von denen die Hälfte ebenfalls innerhalb dieser Frist fällig wird.

Neben der Postbank hat auch die teilverstaatlichte Commerzbank ein Milliardenrisiko im Zusammenhang mit Griechenland-Investitionen eingeräumt. Bei der Commerzbank liegt das Risiko bei der Tochter Eurohypo, die auf Immobilien- und Staatsfinanzierung spezialisiert ist.

Angesichts des Banken-Engagements in Griechenland hatte sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im März für eine Unterstützung Griechenlands durch andere Staaten ausgesprochen. Ansonsten drohten weitere Probleme, die hohe Kosten nach sich zögen. Die deutschen Banken hätten «beträchtliche Milliarden im Feuer», warnte Ackermann.

Griechenlands Verschuldung liegt derzeit bei 115,1 Prozent des nominalen Bruttoinlandsproduktes. Am Freitag hatte das Euro-Mitgliedsland Finanzhilfe bei der Europäischen Union und dem Internationalem Währungsfonds (IWF) beantragt.

(ddp)

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