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Saarbrücken (ddp-rps). Die Saar-SPD kritisiert den von der
Landesregierung vorgelegten Haushaltsentwurf 2010 als «Dokument der
Hilflosigkeit». Zugleich kündigte die Oppositionspartei am Dienstag
eigene Schwerpunkte in der Kommunal-, Arbeitsmarkt und
Bildungspolitik an. Die Landesregierung habe keine Perspektiven
aufgezeigt, wie sie Haushaltsnotlage des Landes «in den Griff»
bekommen wolle, sagte SPD-Chef Heiko Maas nach der
Haushaltsklausurtagung seiner Fraktion in Saarbrücken. Statt die
Probleme anzugehen, habe sich die Regierung dafür entschieden, «die
Nettokreditaufnahme zu erhöhen». Die geplante Neuverschuldung von 1,1
Milliarden Euro sei ein «Hinweis, dass es so nicht weitergehen kann».
Durch Umschichtungen will die SPD eigene Akzente im Haushalt
setzen. So sollen den Kommunen, die inzwischen Kassenkredite für
laufende Ausgaben in einer Gesamthöhe von 1,2 Milliarden Euro
aufgenommen hätten, Zinskostenhilfen von 30 Millionen Euro zur
Verfügung gestellt werden. Außerdem solle das Land von den vom Bund
zugesagten eigenen Konsolidierungshilfen in Höhe von jährlich 260
Millionen Euro 30 Millionen Euro an die Kommunen weiterreichen.
Zudem fordert die SPD den Aufbau eines dauerhaft öffentlich
geförderten Beschäftigungssektors für Langzeitarbeitslose. Nach
Erfahrungen von Kommunen und Maßnahmenträgern könnten rund 1000
öffentlich geförderte Stellen geschaffen werden. Für das laufende
Jahr seien in der Aufbauphase dafür rund zehn Millionen Euro
erforderlich. Bis zum Jahr 2012 würde sich diese Summe auf jährlich
rund 20 Millionen Euro erhöhen.
In der Bildungspolitik fordert die SPD unter anderem den Ausbau
echter Ganztagsschulen, eine echte Lernmittelfreiheit sowie eine
gesicherte Kompensationszahlung für die Hochschulen als Ausgleich für
den Wegfall der Studiengebühren. Als Gegenfinanzierung fordert die
SPD eine globale Minderausgabe in Höhe von einem Prozent.
Der Haushaltsentwurf 2010 war aufgrund der Landtagswahl und der
anschließenden Regierungsbildung erst im November vergangenen Jahres
vorgelegt worden. Er soll Anfang Mai in zweiter Lesung beraten und
beschlossen werden.
(ddp)
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