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Hamburg (ots) - Das Münchener Biotechnologieunternehmen MediGene
(ISIN: DE0005020903 / WKN: 502090) erforscht, entwickelt und
vermarktet Medikamente zur Behandlung von Krebs- und
Immunerkrankungen. Im Interview mit a|m spricht der
Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Mathias über die Ziele des
Unternehmens.
a|m: Herr Dr. Mathias, mit Teva, Solvay und Meditrina konnten Sie
namhafte Partner für die Vermarktung von Veregen® gewinnen. Welches
Umsatzpotential hat das Medikament?
Dr. Frank Mathias: Vielen Dank. Das Interesse ist weltweit sehr
groß und wir freuen uns sehr, dass wir für Veregen® so viele sehr gut
aufgestellte Unternehmen als Partner präsentieren dürfen - Juste ist
da auch zu nennen - und wir wollen auch weitere Partnerschaften für
das Medikament abschließen. Im zweiten Halbjahr 2010 planen wir zudem
Zulassungsanträge in weiteren europäischen Ländern einzureichen.
Konkrete Einschätzungen zum maximalen Umsatzpotenzial liegen für den
US-amerikanischen Markt, wo das Medikament schon längere Zeit von
unserem Partner Nycomed aktiv vermarktet wird, bei etwa 60 Millionen
Dollar und in Europa bei circa 30 Millionen Euro pro Jahr.
a|m: Trotz einer verbesserten Profitabilität ist das operative
Ergebnis weiterhin tiefrot. Wann wird MediGene schwarze Zahlen
ausweisen können?
Dr. Frank Mathias: Unser Ziel ist es, 2015 ein nachhaltig
profitables Unternehmen zu sein. Dies ist der Zeitpunkt, an dem unser
vielversprechender Medikamentenkandidat EndoTAG®-1 zur Behandlung von
Bauchspeicheldrüsenkrebs auf den Markt kommt, wenn die weitere
Entwicklung des Produkts läuft wie geplant.
a|m: Seit Ihrem Amtsantritt im Mai vergangenen Jahres haben Sie
das Unternehmen nach und nach umstrukturiert. Welche von Ihnen
formulierten Ziele konnten bereits umgesetzt werden und wo sehen Sie
noch Nachholbedarf?
Dr. Frank Mathias: Wir haben 2009 unsere Aktivitäten fokussiert
und Fortschritte mit allen wichtigen Projekten gemacht. Unser
Unternehmen ist heute schlanker und konzentriert sich auf die
klinische Entwicklung von Krebsmedikamenten mit besonderem
Schwerpunkt auf der Liposomentechnologie und unserem
Medikamentenkandidaten EndoTAG®-1. 2009 haben wir für EndoTAG®-1 die
Patientenrekrutierung für eine Phase II-Studie zur Behandlung von
Brustkrebs erfolgreich abgeschlossen und ein zentrales US-Patent
erhalten. In den USA haben wir für EndoTAG®-1 den Orphan Drug Status
erhalten, der Vorteile in der Entwicklung, Zulassung und eventuell
der Vermarktung des Produkts gewährt.
Wie Sie schon erwähnt haben, durften wir uns auch über Erfolge mit
Veregen® freuen: Das Medikament erhielt ein wichtiges europäisches
Patent und die Marktzulassung in Deutschland und dieses Jahr kam die
nationale Umsetzung der Zulassung in Österreich hinzu. In Deutschland
ist das Medikament seit März dieses Jahres auf dem Markt erhältlich;
in Österreich ist die Markteinführung im Sommer 2010 geplant. Zudem
haben wir Partnerschaftsverträge zur Vermarktung von Veregen® in
weiteren Ländern abgeschlossen. Für unser Rheuma-Mittel RhuDex® haben
wir 2009 die behördlich geforderten Laborstudien erfolgreich
durchgeführt.
Bei unseren zukünftigen Zielen steht EndoTAG® weiter im
Mittelpunkt: Wir werden die Brustkrebsstudie mit EndoTAG®-1
abschließen und den Herstellungsprozess weiter optimieren. Wir gehen
davon aus, 2010 eine oder mehrere Partnerschaften für dieses Produkt
abzuschließen. Für unser Rheuma-Mittel RhuDex® werden wir dieses Jahr
weitere präklinische Studien durchführen mit dem Ziel, die klinische
Entwicklung wieder aufzunehmen. Da wir uns auf Onkologie fokussieren,
planen wir, die Rechte an diesem immunologischen Produkt
mittelfristig auszulizenzieren. Aus dem gleichen Grund wollen wir
unsere Technologien AAVLP und oHSV ausgliedern. Und, wie eingangs
schon angesprochen, erwarten wir auch mit Veregen® weitere
Fortschritte und deutlich steigende Umsätze.
a|m: Seit 2006 hat die MediGene AG kein Unternehmen mehr
akquiriert. Sind Übernahmen überhaupt noch ein Thema für Sie?
Dr. Frank Mathias: Kurzfristig sehe ich hier keinen akuten
Bedarf. EndoTAG®-1 ist zunächst unser Kernprojekt, das sich auf
verschiedene Krebserkrankungen ausweiten lässt. Daneben arbeiten wir
an der Entwicklung von Nachfolgeprodukten, die aus unserer EndoTAG®-
Technologie hervorgehen sollen. Aber wird sind offen dafür, weitere
Krebsmedikamente zu erwerben, um diese bis zur Zulassung zu
entwickeln, wenn wir meinen, unserer Pipeline müsste gestärkt werden.
a|m: Sie beabsichtigen, mittelfristig Medikamente selbst zu
vermarkten und so an der gesamten Wertschöpfungskette zu
partizipieren. Gibt es einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung dieses
strategischen Geschäftszieles?
Dr. Frank Mathias: Erste Schritte in diese Richtung könnten wir
möglicherweise mit EndoTAG®-1 gehen: MediGene könnte sich vorstellen,
an den späteren Vertriebsaktivitäten beteiligt zu sein. - Genaueres
werden die Verhandlungen mit potenziellen Entwicklungs- und
Vertriebspartnern ergeben.
a|m: Herr Dr. Mathias, wir bedanken uns für das Gespräch.
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Originaltext: Equity Analyst Ltd.
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