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München (ddp). Bayerns CSU-Fraktionschef Georg Schmid fordert in
der Debatte um die schwierige Finanzlage von Bund, Ländern und
Kommunen mehr Offenheit gegenüber den Bürgern. Angesichts der
gesunkenen Steuereinnahmen müssten «Prioritäten» gesetzt werden,
sagte Schmid der Nachrichtenagentur ddp. Zugleich müsse man mit den
Bürgern noch viel mehr als bisher diskutieren, «was sofort und was
erst später umgesetzt werden kann».
Schmid mahnte: «Alle öffentlichen Kassen in Deutschland haben
schwierige Zeiten vor sich.» Dies stelle die politisch
Verantwortlichen vor große Herausforderungen.
Der CSU-Fraktionschef fügte hinzu: «Gerade wenn das Füllhorn nicht
überquillt, braucht es politische Führungs- und Gestaltungskraft.»
Die Sanierung der öffentlichen Haushalte und der sozialen
Sicherungssysteme habe zwar hohe Priorität. Dies heiße aber nicht,
«dass Politik nicht mehr gestalten darf».
Schmid betonte: «Allein mit Sparen wird die finanzielle Sanierung
nämlich nicht gelingen.» Notwendig sei vielmehr auch Wachstum - und
hierfür seien Investitionen unerlässlich. Der CSU-Fraktionschef fügte
hinzu: «Hier sind Entscheidungen gefordert, die nicht selten eine
schwierige Gratwanderung darstellen. Wir brauchen Gestalter und nicht
nur Verwalter in der Politik.»
Wenn es «Veränderungsprozesse» gebe, dann könne und müsse «der
Staat flankierend helfen und unterstützen». Als Beispiel nannte
Schmid die Elektromobilität: «Nach unserer Einschätzung liegen in
diesem Feld enorme Wachstumschancen. Hier muss der Staat gerade in
der schwierigen Anfangsphase anschieben.»
Schmid kritisierte zugleich: «Es gibt politische Akteure, die sich
aus der Verantwortung stehlen, indem sie mit dem Finger auf den
anderen zeigen. Einfach mehr Geld vom anderen zu fordern, ist
leicht.» Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD)
beherrsche «dieses Jammern hervorragend».
Schmid fügte hinzu: «Mich persönlich überzeugt dieses Gezeter vom
Chef einer der reichsten Städte Deutschlands nicht.» Es gebe
«zahlreiche Bürgermeister, die mehr Grund dazu hätten - aber die
packen an und machen das Beste aus ihrer Situation».
Der CSU-Fraktionschef betonte zugleich: «Unsere Prioritäten in
Bayern sind klar: Wir bauen auch in der Krise auf solide
Haushaltspolitik.» Zugleich müssten Familien, Bildung und
Innovationen gefördert werden. Schmid fügte hinzu: «Wir müssen
gezielt investieren, statt mit der Gießkanne über´s Land zu ziehen.»
(ddp)
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