|
Finanz und Bankenkrise - aktuelle Situation
In diesem Beitrag finden Sie zeitlich geordnete Informationen und Nachrichten zur globalen Finanzkrise 2008.
 Seit über einem Jahr Abwind - globale Finanzwirtschaft
08.10.08 - WELT
Mehrere Zentralbanken in Europa, China, Kanada sowie die US-Notenbank senken überraschend in einer gemeinsamen Aktion Ihre Leitzinsen. Die EZB senkte ihren Leitzins für die Eurozone um 0,5 % andere Zentralbanken reagieren ähnlich. In Europa und Asien ist trotzdem keine Beruhigung der Märkte eingetreten. In den USA sind die Börsen am Nachmittag zwar im Plus, aber die Anspannung bleibt. Der Euro verliert massig an Wert, ebenso fällt der Ölpreis seit Tagen. Grund: Angst vor sinkender Nachfrage.
Sinkende Nachfrage, geschürt durch die Finanzkrise, erreicht nun auch andere Wirtschaftszweige. Erste Autohersteller und die Stahlindustrie fahren Produktionen herunter und klagen über sinkenden Absatz. In Europa sind z.B. bei Opel die Einstellung der Produktion über mehrere Wochen geplant.
08.10.08 - Europa
Die britische Regierung dem Landeseigenen Finanzsystem 250 Mrd.. Euro zur Verfügung. Damit soll kurzfristig für mehr Liquidität gesorgt werden. Die grössten Bankhäuser Englands verloren in den vergangenen Tagen fast die Hälfte Ihres Börsenwertes. Die staatliche Hilfe auf Europas "größter Insel" kam ins Rollen nachdem die wichtigsten Banken (unter anderem Lloyds TSB, Royal Bank of Scotland und Barclays) London um hilfe baten.
07.10.08 - Europa, Island
die Isländische Währung ist auf Talfahrt. Der handel mit Isländische Bankaktien wurde ausgesetzt. Islands drittgrösste Bank, Glitnir, musste verstaatlicht werden um die Funktionsfähigkeit des Bankensystems zu gewährleisten. Andere grosse Banken kämpfen ums Überleben. Die Banken des Landes haben sich in den letzten Jahren hoch verschuldet und bekommen nun keine Kredite mehr und wurden zudem Opfer von Spekulationsangriffen diverse Hedge Fonds, die auf den Fall der Banken wetteten. Ministerpräsident Geir Haarde rechtfertigte die Massnahmen des Staates: "...Wir riskieren, dass unsere Volkswirtschaft in den Strudel der Finanzkrise gezogen wird und unser Land Konkurs geht...".
07.10.08. - Europa/Welt
Weltweit ist nichts von einer Beruhigung der Märkte zu spüren.
In Europa: 15 Euro Länder verbürgen sich für das Überleben der wichtigsten Banken Europas, so Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker. Notleidende Banken sollen gemeinsam aufgefangen werden. Zudem sollen Spareinlagen von Privatkunden besser abgesichert werden. Nach einer Erklärung der deutschen Kanzlerin Merkel, die die Sicherung aller deutschen Spareinlagen bis zu 1000 Milliarden Euro zusicherte kam der Stein ins Rollen. In Deutschland musste die Immobilienbank Hypo Real Estate durch den Staat gerettet werden (bereits im Frühjahr musste der deutsche Staat die Mittelstandsbank IKB retten). Dies sorgte für Diskussionen im Land und zu weitere Verunsicherung. Andere Staaten wollen nun auch die Einlagen der privaten Sparer mit absichern und so für mehr Beruhigung sorgen. Weltweit sind weiterhin die Börsen auf Talfahrt. In Russland wurde teilweise der Handke ausgesetzt.
05.10.08 - USA
Das 770 Milliarden Dollar Rettungspaket wurde verabschiedet. Somit ist der Weg frei um eine Panik an den globalen Finanzmärkten verhindern.Denn dies ist sinn und Zweck des Rettungspaketes. Das Magazin Times hat berechnet: Würde man das Rettungspaket an die US Bürger auszahlen, so bekäme jeder US Bürger einen Betrag von 2300 Dollar.
Mit dem Paket soll vorrangig notleidenden Banken faule Kredite abgekauft werden. US Finanzminister Paulson hoft das diesses grösste eingreifen in den Finanzmarkt seit dem jahre 1030 nun die Märkte beruhigt.
04.10.2008 - USA
Der US Senat hat heute das Rettungspaket für die amerikanische Finanzbranche mit Mehrheit im 2 Anlauf angenommen. Das Paket enthält nun, im Gegensatz zur abgelehnten ersten Version nun auch Garantien für Sparkonten sowie Entlastungen für den Mittelstand. Dies soll dazu dienen nicht nur der Finanzbranche sondern auch dem Steuerzahler unter die Arme greifen und mehr finanzielle Sicherheit für US-Bürger schaffen.
Das Paket muss Morgen noch im Repräsentantenhaus zur Abstimmung gestellt werden, damit es Wirksam werden kann.
Kaum ein Tag ist in den letzten Wochen und Monaten vergangen, an dem nicht ein Thema die Schlagzeilen beherrschte – die Finanz- und Bankenkrise. Der Beschluss der US-Regierung, dem angeschlagenen Finanzsystem mit einem milliardenschweren Paket unter die Arme zu greifen, ist der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die selbst Experte so kaum für möglich gehalten haben.
Die Ursachen reichen indes weiter zurück. Mehr als ein Jahr ist es her, dass der US-Immobilienmarkt in seine schwerste Krise geriet. Ständig steigende Immobilienpreise gewährten den Hausbesitzern zunehmend höhere Kredite. Gedeckt waren sie durch die Hypotheken auf den Grundbesitz.
Die Hypothekenbanken bündelten diese einzelnen Kredite und veräußerten sie gewinnbringend weiter. Dieses lohnende Geschäft wurde in dem Moment zum Bumerang, in dem immer mehr Kreditnehmer ihre Hypotheken aufgrund steigender Zinsen nicht mehr bezahlen konnten. Weltweit gerieten die Banken in Bedrängnis, die in großem Stil in mit Immobilien gesicherten Wertpapieren aktiv waren. Die Folge waren massive Liquiditätsprobleme zahlreicher Banken. Noch allgegenwärtig sind die Bilder langer Menschenschlangen vor Filialen der britischen Northern Rock Bank: Die Anleger fürchteten um ihr Geld und entzogen es trotz der Garantiezusagen durch die britische Regierung und die Bank von England. Mit zunehmendem Misstrauen der Banken untereinander erreichte die Krise eine neue Qualität und erfasste das gesamte Finanzsystem. Ein Geldinstitut verweigerte dem nächsten mögliche Kredite aus Angst, das Geld einem maroden Unternehmen zur Verfügung zu stellen und später abschreiben zu müssen. Ein im Februar 2008 angeschobenes Konjunkturprogramm über 150 Milliarden US-Dollar zeigte nicht die gewünschte Wirkung, im März wurde die Investmentbank Bear Stearns kurz vor ihrem völligen Zusammenbruch von JP Morgan Chase übernommen.
Der September 2008 wurde schließlich aus finanzwirtschaftlicher Sicht zum absoluten Katastrophenmonat. Das große Sterben amerikanischer Traditionsbanken drohte fortzulaufen, so dass sich die USA gezwungen sahen, die Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Kontrolle zu stellen. Der Versicherungsriese AIG konnte seine Liquidität nur dank einer Milliardenspritze durch die US-Notenbank wahren. Zahlreiche Zentralbanken pumpten milliardenschwere Geldbeträge in den Finanzmarkt, um dessen Handlungsfähigkeit zu gewährleisten. Für die viertgrößte Investmentbank kam dies zu spät, Lehmann Brothers meldete am 15. September Konkurs an.
Auch an den deutschen Kreditinstituten ging die Krise nicht spurlos vorüber.
Bereits 2007 waren nach verfehlten Spekulationen am US-Immobilienmarkt die Sachsen Landesbank, die West Landesbank und die Bayern Landesbank ins Schlingern geraten. Die letzte Hiobsbotschaft war von der Hypo Real Estate zu vernehmen, hier half die Bundesregierung mit weit reichenden Bürgschaften aus.
Größer denn je sind heute Unsicherheit und Misstrauen der Kreditinstitute untereinander. Als Silberstreif am Horizont erschien die Ankündigung des US-Präsidenten George Bush, der lahmenden Finanzwirtschaft mit einem milliardenschweren Paket zu helfen. Dieses scheiterte nach vorangegangenen, sehr kontrovers geführten Debatten jedoch überraschend am Widerstand des Repräsentantenhauses. Etliche Abgeordnete sahen sich ihren Wählern verpflichtet, die nicht für die Fehlspekulationen der Finanzwirtschaft zahlen sollten. Ein überarbeitetes Paket stand am 1. Oktober auf dem Prüfstand – im Senat wurde es bereits angenommen. Da es neben einer 700 Milliarden US-Dollar umfassenden Finanzspritze für die Banken auch finanzielle Hilfe für in Schwierigkeit geratene Hausbesitzer und Kleinanleger vorsieht, gehen Experten davon aus, dass dieses Paket auch im Repräsentantenhaus bestehen wird.
interessante Themen:
Investmentfonds als Geldanlage
Rating Agenturen im Fokus
externe Links zum Thema Finanzen:
kostenloses Girokonto
|