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Stuttgart (ots) -
- LBBW fokussiert sich auf gesunde Kerngeschäfte mit
mittelständischen Firmenkunden, Privatkunden und Sparkassen,
Financial Markets insbesondere auch mit institutionellen Kunden
- Abbau von nicht-strategischen Aktivitäten und Beteiligungen
- Ziel: Reduzierung der Bilanzsumme um rund 40 Prozent
- Kostenreduzierung um rund 700 Millionen Euro jährlich vorgesehen
- Durch Einmaleffekte deutlicher Verlust im Jahr 2009 erwartet
- Hans-Jörg Vetter: "Restrukturierung ist schmerzhaft, aber
unumgänglich, um LBBW wieder zukunftssicher aufzustellen."
Trägerversammlung und Verwaltungsrat der Landesbank
Baden-Württemberg (LBBW) haben heute dem Plan des Vorstands für eine
umfassende Restrukturierung und Neuausrichtung zugestimmt. Eckpfeiler
des Plans, der in den kommenden Tagen von der Bundesrepublik
Deutschland bei der EU-Kommission eingereicht wird, sind die
Verringerung der Bilanzsumme des Konzerns um rund 40 Prozent, die
Senkung der Kosten um rund 700 Millionen Euro jährlich sowie die
Reduzierung von rund 2.500 Stellen bis zum Jahr 2013. Die LBBW wird
sich künftig konsequent auf die Geschäfte mit ihren
Hauptkundengruppen - mittelständische Unternehmen, Privatkunden und
Sparkassen - konzentrieren.
Der Restrukturierungsplan ist zugleich Voraussetzung dafür, dass
die EU-Kommission die im Frühsommer 2009 bei der LBBW vollzogene
Kapitalerhöhung in Höhe von 5 Milliarden Euro durch die Träger sowie
die gleichzeitig vereinbarte Abschirmung der Bank von Risiken im
Volumen von 12,7 Milliarden Euro endgültig genehmigt. Die EU hatte im
Juni für beide Maßnahmen ihr vorläufiges Plazet gegeben, die
endgültige Zustimmung jedoch von einem Restrukturierungsplan abhängig
gemacht, mit dem die vermuteten Wettbewerbsvorteile zugunsten der
LBBW ausgeglichen werden sollen. Durch die Kapitalerhöhung hat sich
die Kernkapitalquote des LBBW-Konzerns per 30. Juni 2009 auf 9,4
Prozent erhöht. Der Vorstand geht davon aus, dass die Prüfung des nun
beschlossenen Restrukturierungsplans durch die EU-Kommission mehrere
Monate dauern wird.
"Wir sind uns sehr bewusst, dass die Maßnahmen für die Bank und
viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schmerzhafte
Einschnitte sein werden. Wir haben uns die Erarbeitung nicht leicht
gemacht, und wir bedauern den Verlust jeder Stelle. Die LBBW steht
vor einem Kraftakt. Er ist jedoch unumgänglich, um die Bank wieder
zukunftssicher zu machen und an das deutlich veränderte Marktumfeld
anzupassen", sagte Hans-Jörg Vetter, Vorstandsvorsitzender der LBBW.
Vetter weiter: "Auf Basis eines klaren Geschäftsmodells und eines
deutlich reduzierten Risikoprofils wird die neu ausgerichtete LBBW
für die Unternehmen und Menschen in ihren Kernregionen ein starker
und verlässlicher Partner bleiben." Vetter fügte hinzu, die
erforderlichen Maßnahmen würden so sozialverträglich wie möglich und
fair erfolgen. Die Führung der Bank sei sich ihrer Verantwortung
bewusst. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen wurden bereits
aufgenommen.
Das vom Vorstand verabschiedete Konzept umfasst folgende
Eckpunkte:
- Strategisch wird sich die LBBW auf ihre Kernaktivitäten mit
Wachstumsperspektiven konzentrieren, insbesondere auf die
erfreulich verlaufenden und deutlich über Plan liegenden
Geschäfte mit mittelständischen Firmenkunden, Privatkunden und
Sparkassen. Flankiert wird dies durch leistungsfähige
Immobilienfinanzierungs- und Kapitalmarktprodukte, auch für
institutionelle Kunden. Die LBBW versteht sich weiterhin als
verlässlicher Partner der mittelständischen Wirtschaft in ihren
regionalen Kernmärkten. Außerhalb der Kernmärkte konzentriert
sich die Bank im Firmenkundengeschäft auf große Unternehmen im
deutschsprachigen Raum.
- Das Geschäft mit gewerblichen Immobilienkunden konzentriert sich
künftig auf Deutschland und eingeschränkte Aktivitäten im
Ausland (USA und Großbritannien).
- Das Kreditersatzgeschäft wird - wie bereits berichtet -
sukzessive auslaufen. Im Vordergrund stehen künftig ganz klar
die kundenbezogenen Aktivitäten. Auch Flugzeug- und
Schiffsfinanzierungen wird die LBBW nicht mehr anbieten.
Projektfinanzierungen werden nur noch im Zusammenhang mit
Kundengeschäften und Projekten im Kontext erneuerbarer Energien
betrieben.
- Im Auslandsgeschäft sieht der Plan die Konzentration auf Export-
und Handelsfinanzierungen im Kundeninteresse vor. Darüber hinaus
kommt es zu einer Straffung des Auslandsnetzes. Die
Tochtergesellschaften in Irland und Luxemburg sowie der Broker
Dealer in New York werden geschlossen oder veräußert. Die elf
europäischen Repräsentanzen mit Ausnahme von Wien, Zürich und
Moskau sollen aufgegeben werden. An den Standorten in Asien und
Amerika will die Bank festhalten und sie noch stärker in die
Arbeit für die Kunden einbinden.
- Schließlich ist in Erfüllung der EU-Auflagen der Verkauf von
Beteiligungen vorgesehen.
In der Summe aller Maßnahmen wird sich die Bilanzsumme des
LBBW-Konzerns (448 Milliarden Euro per 30. Juni 2009) um circa 40
Prozent reduzieren.
Der Vorstandsplan sieht Kostensenkungen mit einem Gesamtvolumen
von rund 700 Millionen Euro jährlich vor. Die Kostensenkungen werden
nach aktueller Planung in den Folgejahren sukzessive ansteigen und
erstmals im Jahr 2013 weitgehend erreicht werden.
Die strategische Neuausrichtung wird nach heutigem Stand mit der
Verringerung der Stellenzahl in der LBBW um rund 2.500 verbunden
sein. Per 30. Juni 2009 betrug die Mitarbeiterzahl der LBBW rund
10.000. Der Vorstand hat das Ziel, die Reduzierung der Stellenzahl so
sozialverträglich wie möglich zu vollziehen. Er wird zudem einen
engen Austausch mit den Arbeitnehmervertretern pflegen.
Die Gremien der LBBW haben sich heute darüber hinaus mit ersten
Einschätzungen des Vorstands zum Ergebnis für das laufende
Geschäftsjahr 2009 befasst. Trotz einer erfreulichen und deutlich
über Plan liegenden Entwicklung im operativen Geschäft wird mit einem
deutlichen Verlust im Wesentlichen infolge von Einmaleffekten
gerechnet. Im Jahresergebnis werden sich neben der Finanzmarktkrise
und einer erhöhten Risikovorsorge als Folge der Wirtschaftskrise auch
Belastungen aus Immobilienfinanzierungen sowie die Kosten der
geplanten Restrukturierung niederschlagen. Damit wird eine Bedienung
der Genussscheine sowie der stillen Einlagen aus heutiger Sicht nicht
erfolgen. Für eine Ausschüttung wird es aus heutiger Sicht in diesem
Jahr keinen Spielraum geben.
Ministerpräsident Günther H. Oettinger, Sparkassenpräsident Peter
Schneider und Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster tragen die
Grundsatzbeschlüsse einvernehmlich im Namen der Träger mit. Der vor
der Bank liegende Weg sei kein leichter, aber unvermeidlich für eine
stabile Zukunft der LBBW, die damit klare Konsequenzen aus der
Finanzmarktkrise ziehe. Sie zeigen sich überzeugt, dass die LBBW auch
künftig ein leistungsfähiger und zukunftsorientierter Partner für den
Mittelstand und die gesamte Wirtschaft bleibt.
Originaltext: Landesbank Baden-Württemberg
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Christian Potthoff
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