ots: Institut der deutschen Wirtschaft Köln - IW Köln / 20 Jahre Mauerfall - ...
Dienstag, 3. November 2009


Köln (ots) -
Die ostdeutsche Wirtschaft ist nach dem Mauerfall und
anschließendem Systemwechsel doppelt so schnell gewachsen, wie es in
anderen Regionen der Welt unter ähnlichen Ausgangsbedingungen der
Fall war: In diesem Jahr erreicht das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
70 Prozent des westdeutschen Wertes - nach der ökonomischen
Konvergenz-Theorie wäre dieses Ziel erst im Jahr 2028 zu erreichen
gewesen. Die durch die massive Förderung bedingte schnellere
Schlagzahl wird sogar dazu führen, dass Ostdeutschland mit seiner
Wirtschaftsleistung bereits in einem guten Jahrzehnt zu den
schwächeren Westländern wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen
aufgeschlossen hat. Die speziellen Hilfen für die neuen Länder - wie
der Solidarpakt und der Solidaritätszuschlag zur Finanzierung -
sollten dann auslaufen. Im Anschluss reicht der übliche
Länderfinanzausgleich in Kombination mit der Regionalförderung
vollkommen aus, um die Lebensverhältnisse in strukturschwachen
Gebieten weiter zu verbessern.

Vorreiter des Wandels im Osten Deutschlands war und ist die
Industrie. Sie trägt mittlerweile ein Fünftel zur Bruttowertschöpfung
bei - im Westen sind es 25 Prozent. Am schnellsten wuchs das
Verarbeitende Gewerbe in Thüringen in den vergangenen zwei
Jahrzehnten, nämlich jährlich um 10 Prozent. Aber auch in Brandenburg
legte die Industrie im Jahresschnitt um real 8 Prozent zu.

Originaltext: Institut der deutschen Wirtschaft Köln - IW Köln
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Gesprächspartner im IW: Dr. Klaus-Heiner Röhl, Telefon: 030 27877-103

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