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Hamburg (ots) - Bei manchen Aktionen "war ich weit über der Grenze
dessen, was ich als gut empfinden würde" / Querparken auf dem
Firmengelände setzt Energien frei
Hamburg, 14. Oktober 2009 - Ob im Leistungssport oder in der
Geschäftswelt - der unbedingte Wille zum Erfolg sollte nach Ansicht
von Oliver Kahn nicht zum zentralen Maßstab des Handelns gemacht
werden. "Wir kommen nicht auf die Welt, um uns unsere Energie
vollständig von einem Beruf absaugen zu lassen", sagte der
Ex-Nationaltorhüter in einem Interview mit dem neuen
Business-/Lifestyle-Magazin der G+J Wirtschaftsmedien "Business
Punk", das morgen erstmals erscheint. Für ihn selbst sei es ein
"schmerzhafter Lernprozess" gewesen, auch mal andere Dinge des Lebens
gelten zu lassen. Sonst befinde man sich "in einem endlosen
Hamsterrad, nur irgendwann geht entweder der Hamster kaputt oder das
Rad - meistens der Hamster", erklärte Kahn. Insbesondere die
Ereignisse rund um die Weltmeisterschaft 2006, die Kahn weitestgehend
auf der Ersatzbank erlebte, seien für sein Leben sehr wichtig
gewesen. "Da habe ich gelernt: Wertschätzung bekommt man nicht nur
durch Erfolg."
Rückblickend konstatiert Kahn, dass er bei einigen Aktionen in
seiner Karriere "weit über der Grenze dessen war, was ich als gut
empfinden würde". Um nach Ausnahmesituationen wieder das mentale
Gleichgewicht zu erlangen, habe der ehemalige Profi von Bayern
München auf das "Entemotionalisierungsspray" vertraut, mit dem er
sich gedanklich einsprühte wie morgens im Bad. "Dann kommen sie
wieder runter und entspannen sich. Bei mir war die Dose allerdings
immer sehr schnell leer."
Um für den Erfolg zu sorgen, sei es laut Kahn im "Business
Punk"-Interview jedoch manchmal auch notwendig, unbequeme und
unpopuläre Dinge zu machen. "Mein Bestreben war es nie, der
Sympathikus der Nation zu sein." Man müsse diesen Mut haben, auch mal
provozierend aufzutreten. "Wenn eine Mannschaft aus lauter netten
Schwiegersöhnen besteht, wie will man dann gewinnen?" Dies gelte
seiner Ansicht nach für den Sport genauso wie für das Geschäftsleben.
"Wenn morgens auf dem Firmenparkplatz alle längs in die Parklücke
fahren, fährst du eben einfach mal quer rein. Schon hat sich etwas
bewegt, schon entsteht Energie", so Kahn gegenüber "Business Punk".
Ähnlich wie ein Trainer stehe auch der CEO eines Unternehmens nach
Ansicht Kahns als Leuchtturm da, der Vorbildcharakter für die
Mitarbeiter habe. "Weil die Mitarbeiter schon ganz genau schauen, was
macht eigentlich unser Chef? Das führt zur Identifikation mit ihm,
mit dem Unternehmen." Insofern sei es am schönsten, wenn Menschen für
eigene Ziele motiviert werden, ohne dass sie es eigentlich merken.
"Sie haben das Gefühl, sie arbeiten selbst für ihre eigenen Ziele.
Das ist die ganz große Kunst der Führung."
Originaltext: G+J Wirtschaftsmedien
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Nikolaus Röttger, Redaktion G+J Wirtschaftsmedien, Tel. 040/31
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