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Donnerstag, 25. Juni 2009


Hürth (ots) - Michael Wacker: Erfolgreicher Beschäftigtentransfer
braucht arbeitsmarktnahe Qualifizierung, schließt Rückkehrmöglichkeit
aus und funktioniert in 12 Monaten

Der Bundesverband der Träger im Beschäftigtentransfer (BVTB)
spricht sich gegen Strukturtransfergesellschaften aus, in denen
Beschäftigte während der Wirtschafts¬krise "geparkt" werden sollen.
Nach den Vorschlägen der Tarifparteien der Metall- und
Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen sollen gekündigte
Beschäftigte in externe Transferein¬richtungen abgegeben werden
können, in denen sie schwerpunktmäßig qualifiziert werden und aus
denen sie nach bis zu 24 Monaten in ihr altes Unternehmen
zurückkehren können.

"Solche Strukturtransfergesellschaften wären in der aktuellen
Wirtschaftskrise ein Schritt in die falsche Richtung", sagt Michael
Wacker, Vorstandsmitglied des BVTB. Der Verband begrüßt, dass der
Beschäftigtentransfer und seine Instrumente in diesen Tagen einen
großen Stellenwert in der arbeitsmarktpolitischen Diskussion
einnehmen. Doch sind nach seiner Erfahrung die mit dem
Beschäftigtentransfer zu Recht verbundenen Hoffnungen so wertvoll,
dass sie nicht durch vorschnelle Verbreitung beschädigt werden
dürfen. "Der Transfer entfaltet sein Können bei strukturellen Brüchen
im Wirtschaftssystem. Die aktuelle Krise jedoch hat ihren Ursprung im
Bankensystem", betont Michael Wacker.

Nach Auffassung des BVTB beruht der Erfolg von Transferagenturen
und Transfergesellschaften auf ihrer Philosophie des Erhalts und
Ausbaus größtmöglicher Arbeitsmarktnähe. In den ausgelagerten
Strukturtransfergesellschaften hingegen werden de Betroffenen
arbeitsplatz- und unternehmensfern qualifiziert. Das entwertet deren
berufliche Erfahrungen und fachliche Kompetenzen und entfremdet sie
von ihren Betrieben, da sie mit Ausnahme der Fortbildungszeit zu
Hause sitzen. Die Unternehmen selbst werden kurzfristig zwar von
Personalkosten entlastet. Auf lange Sicht jedoch schwächen sie in
Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels ihre
strategische Leistungsfähigkeit.

Auch die Aufhebung des Rückkehrverbots in das abgebende
Unternehmen sieht der BVTB kritisch. "Das Rückkehrverbot ist ein
wichtiges psychologisches Moment. Es hilft den Betroffenen, sich von
ihren alten Unternehmen zu lösen und ist damit Ausgangspunkt für
aktive Neuorientierung am Arbeitsmarkt", stellt Arbeitsmarktexperte
Michael Wacker fest. Darüber hinaus verhindert das Rückkehrverbot,
dass Unternehmen ihre Personalrisiken in schlechten Zeiten auf die
Allgemeinheit abwälzen, in guten Tagen dann aber wieder die Vorteile
aus einer Förderung ziehen.

Nach der Erfahrung des BVTB ist für den Transferprozess der
gegenwärtige Zeitrahmen von 12 Monaten ausreichend. Die
vorgeschlagene Verlängerung auf 24 Monate verbessert die
Vermittlungsquote nicht. Im Gegenteil: Die Erfahrung zeigt, dass der
Beschäftigtentransfer bei langer Laufzeit als
Frühverrentungsinstrument missbraucht wird.

Der Bundesverband der Träger im Beschäftigtentransfer
(www.bvtb.de) entwickelt die Instrumente des Beschäftigtentransfers
weiter, fördert ihren Einsatz und vertritt sie in der Öffentlichkeit.
Er setzt Standards für die Beratung sowie Projektsteuerung und
-abwicklung, um die Qualität und Transparenz des
Beschäftigtentransfers in der Breite zu gewährleisten und seine
Verantwortung gegenüber Teilnehmern, Personal abgebenden Unternehmen
und der öffentlichen Hand zu sichern. Ein zertifiziertes
Zulassungsverfahren lässt nur Transferanbieter im BVTB zu, die die
hohen Standards des "Qualitätslabels BT" erfüllen.

Originaltext: Bundesverband der Träger im Beschäftigtentransfer e.V. (BVTB)
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/75798
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Pressekontakt:
Weitere Informationen: BVTB Bundesverband der Träger im
Beschäftigtentransfer e.V. Chemiepark Knapsack, Industriestraße /
Geb. 0196, 50354 Hürth, Tel. 02233 48-6484, Fax: 02233 48-946484,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können , Web: www.bvtb.de

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