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Frankfurt/Main (ots) - Mit teils radikalen Restrukturierungs- und
Einsparungsprogrammen begegnen die Unternehmen im Bank- und
Finanzdienstleistungssektor der Krise, um sich für eine Zukunft nach
dem Abschwung zu rüsten. Allerdings verlieren sie bei der Umsetzung
der Krisenstrategien zunehmend ein entscheidendes Element aus den
Augen: ihre Spitzenkräfte. Somit steigern die Unternehmen das Risiko
des Verlustes wertvoller Mitarbeiter, wie eine aktuelle Untersuchung
in den Ländern Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Luxemburg
des führenden internationalen Personalberatungsunternehmens Badenoch
& Clark zeigt.
Top-Talente im Bank- und Finanzdienstleitungssektor sind seit
jeher begehrt und stark umworben. Doch infolge der Wirtschaftskrise
geraten auch die wertvollsten Mitarbeiter der Unternehmen unter
zunehmenden Druck: längere Arbeitszeiten, mehr Verantwortung, teils
drastische Kürzungen der Zusatzleistungen, fehlende Motivierungen
seitens des Arbeitgebers und vor allem eine mangelhafte Kommunikation
über die Krisenstrategie gefährden die Loyalität gegenüber dem
Arbeitgeber. "Dabei ist es insbesondere in Krisensituationen wichtig,
dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter im Boot halten, sie motivieren
und die Loyalität stärken. Besonders die Spitzenkräfte werden sie
brauchen, um durch die Krise gehen zu können und gestärkt aus ihr
herauszutreten", so Jens Friedrich, Director Permanent Recruitment
der deutschen Niederlassung von Badenoch & Clark in Frankfurt am
Main.
Dass hier noch erheblicher Nachholbedarf bei den Unternehmen
besteht, zeigt die aktuelle "Arbeitsplatzstudie im Bereich Bank- und
Finanzdienstleistungen" von den Personalberatungsexperten bei
Badenoch & Clark. So geben beispielsweise lediglich 49 Prozent der
befragten Arbeitnehmer an, über die Krisenmaßnahmen ihrer Arbeitgeber
informiert zu sein und ihnen zuzustimmen. Demgegenüber wurden 20
Prozent der Befragten über keine Maßnahmen informiert, 17,5 Prozent
stimmen den Maßnahmen nicht zu und 13,3 Prozent haben nicht
verstanden, was ihnen gegenüber kommuniziert wurde. Darüber hinaus
gibt ein Großteil der Arbeitgeber (Deutschland: 58,8 Prozent;
Großbritannien: 64,9 Prozent; Niederlande: 50 Prozent, Luxemburg:
37,9 Prozent) an, keine besonderen Schritte zur Motivation ihrer
Mitarbeiter zu unternehmen. "Diese Punkte unserer Untersuchung zeigen
klar, dass die Unternehmen zwar über eine Strategie aus der Krise
verfügen, einem Großteil der Mitarbeiter aber nicht klar ist, warum
sich ihre Arbeitsbedingungen verschlechtert haben. Dieser Zustand
gepaart mit der fehlenden Motivierung verschlechtert nicht nur die
Produktivität, sondern erhöht ebenfalls das Risiko der Abwanderung
signifikant", unterstreicht Michael Reckers, Director Interim
Recruitment Badenoch & Clark Frankfurt.
Die Haltung der Unternehmen und die Turbulenzen auf dem
Arbeitsmarkt führen dazu, dass 77 Prozent der Arbeitnehmer besorgt um
ihre Karriere sind. Während 26 Prozent eine Kündigung seitens ihrer
Arbeitgeber fürchten, sprechen die folgenden Zahlen ebenfalls eine
deutliche Sprache: 24,9 Prozent geben an, noch bis zum Ende der Krise
in ihrer Position zu verbleiben, dann aber den Arbeitgeber innerhalb
der Branche zu wechseln, 13,3 Prozent wollen ihre aktuelle Rolle im
Unternehmen so schnell wie möglich verlassen und 12,3 Prozent ziehen
sogar eine Karriere außerhalb des Bank- und
Finanzdienstleistungssektors in Erwägung. "Diese Zahlen sind
alarmierend für die Unternehmen. Der Verlust topqualifizierter
Mitarbeiter ist immer schmerzhaft und es bedarf viel Zeit und Geld,
die Talente entsprechend zu ersetzen. Viele der Arbeitnehmer sind
bereit, Einschnitte in Krisenzeiten zum Wohl des Unternehmens
hinzunehmen. Allerdings verlangen sie im Gegenzug eine klare
Kommunikation, Anerkennung und Zukunftsperspektiven", so Jens
Friedrich und Michael Reckers einstimmig.
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich der Arbeitsmarkt
im Bank- und Finanzdienstleistungssektor stabilisiert. 75 Prozent der
befragten Unternehmen planen keine weiteren Entlassungen für 2009,
ebenfalls 75 Prozent haben im letzten halben Jahr eingestellt und 40
Prozent werden in 2009 weiter einstellen. Die Chancen sowohl für
Talente, insbesondere in den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen,
Bankenwesen und Compliance, als auch für Unternehmen auf der Suche
nach topqualifizierten Mitarbeitern, stehen also gut.
Eine detailierte Übersicht über die Ergebnisse der Studie steht in
deutscher und englischer Sprache auf Anfrage zur Verfügung.
Methodik
Die "Arbeitsplatzstudie im Bereich Bank- und
Finanzdienstleistungen" basiert auf Antworten von über 700 Bank- und
Finanzdienstleistern, die durch telefonische oder persönliche
Interviews gesammelt und von den Beratern von Badenoch & Clark in
Großbritannien, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden
durchgeführt wurden.
Originaltext: Badenoch & Clark
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